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EILMELDUNG – Die Pläne zum Neubau Mann Mobilia bestätigen unsere schlimmsten Befürchtungen

Das Wiesbadener Tagblatt hat gerade eben die Bauplanungen für Mann Mobilia veröffentlicht. Unseren dortigen Kommentar nebst der gezeigten Skizze veröffentlichen wir auch hier. Zum Artikel gelangen Sie über den folgenden Link. Im Anhang fügen wir diesen auch als PDF bei.

Auch Verkehr wird XXXL: Neuer Kreisel und Zufahrt für Wiesbadener Mann Mobilia

Die Pläne für das Mann-Mobilia-Gelände an der Äppelallee. Grafik: VRM / Bartsch

Die Pläne für das Mann-Mobilia-Gelände an der Äppelallee. Grafik: VRM / Bartsch

Wiesbaden hat wirklich immer noch nichts begriffen. Danke an das Wiesbadener Tagblatt für den kritischen Bericht. Denn das wir als Anwohner uns das nicht gefallen lassen, ist doch klar.

Hier wird zudem eine Stellplatzsatzung zurechtgebogen, die diese Schönrechnung überhaupt nicht hergibt. Die Vergleichbarkeit mit anderen Märkten ist nicht gegeben. Weder vom Gebiet her, noch von der (Nicht)Beschränkung des Sortiments. Aber dies werden dann ggfls. die Verwaltungsgerichte zu klären haben.

Zudem hat bereits das Äppelallee-Center mit seinem Umbau in 2010 die nach Garagenordnung kleinstsmöglichen Parkbuchten gewählt und markiert. 230 cm Breite, teils sogar unterschritten, sorgen regelmäßig durch “Querparker” dafür, dass 10-20 % der Parkplätze nicht genutzt werden können.

Das eigentliche Problem, die Zufahrt von der Hagenauer Straße, wird weiter verschärft. Dort hätte ein Kreisel Sinn gemacht, doch da wurde alles verbaut, um maximalst Gewerbe anzusiedeln. Die Sackgassenzufahrt zu den Baumärkten “erfreut” die dortigen Marktleiter genauso wie die Kunden. Wenn es dort einmal zu einem Großbrand kommen sollte, wird diese übrigens zur Falle. Aber das sind nur die bereits vergangenen Fehlleistungen Wiesbadens.

Wenn nun ein vom Bauherr bezahlter und beauftragter Gutachter gerade noch so eine Verkehrstauglichkeit, wenn auch mit großen Einschränkungen, bescheinigt, weiß jeder klar denkende Mensch, dass dies das totale Chaos wird. Nicht nur an den Wochenenden.

Das “Dialogforum” ist immer noch in weiter Ferne, das Dezernat von Frau Möricke nennt uns ständig irgendwelche Ausreden oder schiebt es auf die schwierige Terminfindung mit der Stadtpolitik und den sonstigen beteiligten Dezernaten. Das ist alles langsam lächerlich. Der zugrundeliegende und einstimmige Parlamentsbeschluss Nr. 0255 liegt bereits 10 Monate zurück und der Magistrat sollte “kurzfristig” einen Workshop organisieren und ein langfristiges Dialogforum in die Wege leiten. Nichts davon ist geschehen.

FAZIT

Hier sollen fast 1.000 Menschen und mehr als 90 Jahre alte Wohngebiete (rund 200 1-2 Familienhäuser) auf dem Altar verfehlter Stadtplanung, menschenverachtender Straßenverkehrsplanung des Landes (verweigerter Lärmschutz an der A 643) und gieriger Wirtschaftspolitik geopfert werden.

Und dieser Neubau soll 2013, zeitgleich mit dem der Schiersteiner Brücke im gleichen Gebiet, “in den Sand gesetzt werden”. Dies wurde hier noch nirgends erwähnt, denn die neue Rampe zur A 643 Richtung Wiesbaden wird es erst in einigen Jahren geben.

Das diese Eile eines Möbelgiganten wie XXXLutz lediglich der Tatsache geschuldet wird, das sich die Möbelmärkte derzeit einen reinen Verdrängungswettbewerb liefern, den in einigen Jahren nur wenige überlebt haben werden, und das damit unter dem Strich keinerlei zusätzliche Arbeitsplätze, sondern vor allem weitere Niedriglohnjobs geschaffen werden, ist ohnehin längst belegt.

Der beschlossene Neubau von Möbel-Martin in Mainz-Hechtsheim ist der eigentliche Grund, warum Wiesbaden hier einen solchen volkswirtschaftlichen Unsinn auch noch mit Steuergeldern unterstützt, statt in öffentliche Verkehrsmittel, Radwegenetze und den Schutz der längst überproportional betroffenen Bevölkerung zu investieren.

Wir werden uns dies nicht gefallen lassen. Und die nächste Demo wird sich klar nur gegen den XXXL-Markt wenden. Jedoch ist es viel wichtiger, gegen diesen Bauantrag, so ihn die Gremien verabschieden, sofort zu klagen.

Solche überdimensionierten Märkte in einem ohnehin schon über alle Maßen belasteten Lärmsanierungsgebiet, sind nicht mehr annähernd tolerabel. Wiesbaden versäumt (augenscheinlich vorsätzlich) seine baurechtlichen Möglichkeiten, um diese wahrlich XXXL-Pläne auf ein vernünftiges Maß zurechtzustutzen.

Biebricher gegen Verkehr XXL
Initiative für mehr Lebensqualität

Wiesbadener Tagblatt – 2012_04_11 – Auch Verkehr wird XXXL: Neuer Kreisel und Zufahrt für Wiesbadener Mann Mobilia

Sondersitzung der Ortsbeiräte zum Bauantrag Mann-Mobilia/XXXL am 16.04.2012

Am Montag, dem 16.04.2012, findet um 18 Uhr eine gemeinsame Sondersitzung des Schiersteiner und des Biebricher Ortsbeirats zu den Ausbauplänen des „XXXL-Möbelmarktes“ an der Äppelallee statt.

Ort: Galatea-Anlage, Bürgersaal im 1.Stock, Straße der Republik

Da bei solchen Sondersitzungen erfahrungsgemäß keine Bürgerfragestunde vorangestellt wird, werden wir als Hauptbetroffene vermutlich nicht zu Wort kommen.

Wir denken daher darüber nach, dies als Anlass zu einer spontanen und kurzen “Mini-Demo” vor Beginn der Sitzung zu nehmen, und mit unseren vorhandenen Transparenten  in der Galatea-Anlage zu erscheinen. Aktive bitten wir um kurze Info hierzu über unser Kontaktformular oder die bekannte E-Mailadresse.

Wir müssten spätestens 48 Stunden zuvor eine solche Versammlung anmelden. Es ist hierbei nicht entscheidend, wieder mit 200 oder mehr Menschen zu erscheinen, wie bei unseren vergangenen Demos in 2010 und 2011. Aber wenn, dann wollen wir schon auch sichtbar Flagge zeigen.

In jedem Falle bitten wir möglichst viele Bürger darum, an dieser Sitzung teilzunehmen. Derzeit wird auch eine Magistratsvorlage erarbeitet, die durch das Stadtparlament muss. Es wird jetzt wieder sehr viel Dynamik ins Spiel kommen.

Presseberichte und Klarstellung

Wir wollen uns kurz fassen, und verlinken hier vor allem die aktuellen Presseberichte zu unserer Bürgerversammlung, sowie eine Klarstellung dazu.

Die Frankfurter Rundschau schreibt unter dem Titel:

Anwohner drohen Stadt mit Klage

Wiesbadener Kurier und Wiesbadener Tagblatt berichten hier unter:

Siedler am Rosenfeld wollen nicht länger auf Dialogforum warten

Vor allem zu letztgenanntem Artikel stellen wir unmissverständlich klar: Der einstimmige Parlamentsbeschluss, auf den das Dialogforum fußt, wird seit einigen Monaten einvernehmlich mit dem Stadtentwicklungsdezernat umgesetzt. Die Terminfindung wird aus unserer Sicht jedoch einzig durch die Politik erschwert und wir haben diese Zeit definitiv nicht mehr.

Wenn jedoch Teile des Ortsbeirats von Wiesbaden-Biebrich mangelnde Kenntnis der Vorgänge haben, so ist auch dies nicht uns zuzurechnen. Wir sind dort regelmäßig zu Gast. Erst im Dezember letzten Jahres wollten wir im Rahmen der Fragestunde über die Beratungen berichten, dies wurde jedoch abgelehnt, da man sich gut informiert fühlte. Auch auf unserer Homepage brichten wir regelmäßig über den Fortgang. So ist schon lange klar, das uns und der Stadt Wiesbaden eine externe Beratungsfirma als einzig sinnvolle Möglichkeit erscheint, die neutrale Moderation zu gewährleisten. Wir alle fanden keine unbefangene Persönlichkeit in Wiesbaden die dies gewährleisten könnte und allseits akzeptiert wäre.

Eine solche Moderation durch mehrere Personen, die zudem bereits tagelanger Vorbereitung bedurfte, kostet Geld; einzig die Leistung jedoch ist entscheidend, denn für uns geht es schon lange um Existenzen. Nach Rücksprache mit unseren Ansprechpartnern in der Verwaltung enthalten die sicherlich vorsichtig kalkulierten Kosten des Dezernats dabei auch mögliche Raummieten und Veranstaltungstechnik, denn die Auftaktveranstaltung soll rund 500 Menschen die Teilnahme ermöglichen und auch die ersten Folgeveranstaltungen sind einkalkuliert. Im Nachgang halten wir also auch eine Klärung der Kostendetails für überflüssig, sondern wollen möglichst schnell einen Termin für das längst überfällige Forum.

Wenn einzelnen Mitgliedern des Ortsbeirates diese und weitere Fakten nicht bekannt sind, ist dies allemal Anlass, die Kommunikation zwischen Verwaltung und Ortsbeirat, und Ortsbeirat und uns zu verbessern. Doch an unserer Initiative liegt es gewiss nicht, wie all unsere Artikel seit Herbst 2010 belegen sollten.

Wir sind sehr bemüht, eine für Wiesbaden auf Basis dieses Beschlusses von Juni 2011 einzigartige Bürgerbeteiligung zu organisieren. Uns ist dies sehr wichtig und wir sind auf eigentlich gutem Wege. Die Wiesbadener Politik muss nun entscheiden, wie wichtig ihr unser Thema ist. Klagen müssen wir augenscheinlich ohnehin. Gesprächsbereit bleiben wir immer!

Anbei erneut der Parlamentsbeschluss vom Juni 2011

Unter Punkt 2. wird der Magistrat gebeten:

(…)zeitnah einen Workshop vorzubereiten und durchzuführen, der die Verkehrsprobleme in Biebrich / Hagenauer Straße thematisiert und Lösungsszenarien erarbeitet.

Dieser Beschluss liegt nun fast 8 Monate zurück. Und ein erster Termin ist nicht vor Mai in Sicht. Ist dies zeitnah?