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Interview bei Radio-Rheinwelle

Bereits am 12. Oktober gab uns Radio-Rheinwelle die Gelegenheit, live über Hintergründe und Ziele unserer Initiative zu berichten.

Da das Interview durch Frau Helge von der Heyde in 3 Blöcken jeweils von Musikeinspielungen begleitet wurde, dauerte es eine Weile bis wir eine Kopie der Sendung bekamen und diese dann von uns nachbearbeitet werden konnte. Manch harter Schnitt war nicht zu vermeiden, trotzt guter Musik, denn wir möchten nicht riskieren für die Bereitstellung des Interviews zusätzlich GEMA-Gebühren zu zahlen.

Doch nun ist es vollbracht und hier abzurufen:

Biebricher gegen Verkehr XXL Interview 12102011

Bitte bedenken Sie: Es war live und nichts davon war abgesprochen. Wir hoffen, die dort von Mario Bohrmann beantworteten Fragen finden inhaltlich weitgehende Zustimmung der betroffenen Bürger.

Wir danken Radio Rheinwelle, täglich im Raum Mainz Wiesbaden zu empfangen unter UKW 92,5, für die freundliche Einladung zu diesem Interview.

MEINUNG – Rücksichtslosigkeit auf der Äppelallee bricht sich Bahn

(Anmerkung der Initiative: Artikel die mit “MEINUNG” gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Haltung von “Biebricher gegen Verkehr XXL” wieder, sondern stets jene des Verfassers.)

Ich bin stinksauer.

Ja, Autofahren, vor allem in der Rush-Hour, ist generell kein Spaß. Rücksichtslosigkeit und engstirniger Egoismus sind krankhaftes Zeichen unserer Zeit. Aber was meine Frau und ich gerade erleben mussten, war so noch nicht da.

Leider kann ich es nicht bebildern und vertraue auf die Vorstellungskraft der Leser.

17.30 Uhr – wir fahren aus unserer Ausfahrt (liegt recht mittig zwischen den Wohngebieten) direkt auf die Äppelallee in Richtung Schiersteiner Brücke. Vorne sehen wir bereits den Rückstau an der Kreuzung Friedrich-Bergius-Straße, es sind nur noch etwa 200 Meter einspurig frei befahrbar und wir beschleunigten die ersten Meter.

Zugleich bemerken wir einen PKW (dunkle Limousine, die Dame am Steuer möge sich bitte melden) an der Ausfahrt Malmedyer Straße, der vermutlich schon seit einigen Minuten versuchte, links auf die Äppelallee einzufädeln, also die Fahrspur zu überqueren. Wir bremsen leicht ab, um der Fahrerin das Abbiegen zu ermöglichen.

In diesem Moment rasen 3 Fahrzeuge hintereinander verbotenerweise links an uns vorbei gut 20 Meter über den Mittelstreifen (durchgezogene Linie und nur im Bereich der Ausfahrten zur Querung freigegeben) und schneiden sowohl uns als auch die gerade ausfahren wollende Fahrerin. Es waren 2 Fahrzeuge aus Mainz darunter, was aber keine Rolle spielt. Wesentlich ist, das es eine gemeingefährliche Situation war und auf diesem Mittelstreifen häufig auch Menschen warten, um die viel befahrene Straße zu überqueren. Hätte die Dame berechtigterweise, da wir sie erkennbar ausfahren lassen wollten, die Äppelallee gequert, wäre ihr eines dieser Fahrzeuge mit voller Wucht in die Fahrerseite geknallt.

Und was zudem eine Rolle spielt ist, dass Stadt und Land immer noch nicht begriffen haben, was hier abläuft und sich immer mehr zuspitzt. Es ist schon länger her, noch zu Zeiten als irrigerweise 60 Km/h auf der Äppelallee erlaubt waren, als zuletzt ein Anwohner überfahren und tödlich verletzt wurde. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es hier im Bereich der Siedlungen wieder Unfälle mit schweren Verletzungen oder gar Todesfolge gibt.

Sollte ein solcher vermeidbarer Vorfall zu diesen absehbaren Folgen führen, werden wir sofort Strafanzeige gegen Stadt und Land stellen wegen fahrlässiger Tötung bzw. Körperverletzung.

Weder durch bauliche Veränderungen noch durch geeignete Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Verkehrsüberwachungen scheinen Wiesbaden und das Land Hessen (wechselseitig schiebt man sich die Verantwortungen zu) willens und in der Lage, hier im Bereich der Wohngebiete endlich etwas zu unternehmen. Da seit langem diese Gefahren bekannt sind und auch hier von uns dokumentiert werden, tragen Stadt und Land die Hauptverantwortung für künftige Vorfälle.

Ein Workshop und Dialogforum, das vor rund einem halben Jahr beschlossen wurde und zähfließender als jeder Berufsverkehr umgesetzt wird, ändert nichts an der generellen Fürsorgepflicht und Verantwortung der Straßenverkehrsbehörden für bekannte Situationen.

Manche Anwohner sind verzweifelt, andere wütend, denn Verantwortung der PKW-Fahrer hin und her, so geht man nicht mit Menschen um, denen ihre Lebensqualität geraubt wird, weil jahrzehntelang Stadtplanung und Gewerbeansiedlung ohne Sinn und Verstand betrieben wurde und immer noch wird (XXXL).

Gemäß EU-Umgebungslärmrichtlinie und angesichts der Messwerte hätte ohnehin längst ein Aktionsplan aufgestellt werden können und müssen um hier dem Verkehrslärm gegenzusteuern und somit, wenn man es richtig macht, automatisch auch zur Verkehrsberuhigung beizutragen.

Werte Stadtentwicklungsdezernentin Sigrid Möricke,

bald sind Sie hundert Tage im Amt. Wir wissen, Sie haben kein leichtes Erbe übernommen und jeder will etwas von Ihnen. Doch wir fordern nichts anderes ein als unser Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit. Ein Gut, das höher anzusiedeln ist als jedes Großprojekt der Stadt. Denn wenn es erstmal Tote gibt, lässt sich dies nicht mehr korrigieren. Handeln Sie bitte und handeln Sie schnell. Die kollektive Verantwortung liegt bei anderen, aber in Ihren Händen liegt der Schlüssel.

Pressemitteilung vom 27. Oktober 2011 – Initiative „Biebricher gegen Verkehr XXL” organisiert mit Anwohnern ein Straßenfest an Allerheiligen

Ergänzend zu nachstehender Einladung sei auch auf eine Pressemitteilung der Landeshauptstadt Wiesbaden verwiesen, in der das letztjährige Chaos an Allerheiligen bereits durch Herrn Wolfgang Gores thematisiert und von uns zugleich auch bebildert dokumentiert wurde

Pressemitteilung vom 27. Oktober 2011

Initiative „Biebricher gegen Verkehr XXL” organisiert mit Anwohnern ein Straßenfest an Allerheiligen – sie kommen ohnehin nicht von ihren Grundstücken

Mit der Eröffnung des Äppelallee-Centers im vergangenen Oktober gab es kurz darauf an Allerheiligen 2010 den ersten Vorgeschmack auf die weitere desaströse Verkehrsentwicklung im gesamten Gebiet um Schierstein und Biebrich.

Gewerbetreibende an der Hagenauer Straße konnten keine Termine halten, Besucher kamen nicht auf die Grundstücke und den Anwohnern der Siedlung im Rosenfeld, eingekesselt zwischen Äppelallee und Hagenauer Straße, erging es noch bedeutend schlechter.

Sie hatten im Minutentakt mit Stauumfahrern (nicht nur aus Rheinland-Pfalz) zu kämpfen, die die kaum 4 Meter breiten reinen Anliegerstraßen widerrechtlich nutzten, um von einem in den nächsten Stau abzukürzen. Dies zog sich vom späten Vormittag ohne Unterlass bis in den frühen Abend hin.

Kurz vor Kreuzung Friedrich-Bergius-Stasse

Kurz vor Kreuzung Friedrich-Bergius-Stasse

Verkehrliche Extremsituationen an Allerheiligen kannte man bislang nur aus der Innenstadt. Jedoch sind sie für uns nur ein Vorgeschmack auf das, was bald täglich und vor allem an Samstagen droht, sollte XXXL-Mann Mobilia tatsächlich ausbauen. Keine Verkehrsmaßnahme kann das erwartete zusätzliche Aufkommen noch schultern; zugesagte Hilfen der Stadt verpuffen an zunehmender Rücksichtslosigkeit der Verkehrsteilnehmer und mangelnden Kontrollen seitens des Ordnungsamtes.

Anwohner nutzen nun die sonst vertane Zeit auf Staus in den Straßen an diesem Tage und haben ein Straßenfest angemeldet, welches leider nur in Teilen der Siedlung genehmigt wurde. Viele haben sich extra Urlaub genommen, um an diesem Tag gemeinsam in der Malmedyer- und Teilen der Eupener Straße verkehrsberuhigende Spielstraßenschilder zu fertigen und mit den Kindern der Siedlungen, wie früher, vor den Häusern zu spielen und zu malen.

Bei Kaffee und Kuchen (der Erlös geht an die Initiative) wird ab 12.00 Uhr Eigeninitiative entwickelt. Aber auch die anderen, nicht gesperrten Straßen der Siedlung, werden in Eigenregie auf berechtigte Zufahrt kontrolliert.

Wie bereits im vergangenen Jahr durch Herrn Stadtrat Wolfgang Gores angeregt, laden wir alle Stadtpolitiker dazu ein, sich ein eigenes Bild davon zu machen, was wir bereits erdulden müssen und was künftig kontinuierlich droht. Wir werden unsere Lebensqualität mit allen Mitteln verteidigen.