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Dank und Fazit nach der Demo – Auszüge der Kundgebung

Unseren Videoartikel Unsere Demo in den Medien – Video ist online! wollen wir mit weiteren Hintergründen, wie auch einem persönlichen Fazit zur aktuellen Entwicklung ergänzen.

DANKE!

Wir danken zunächst allen Teilnehmern und Helfern bei der Demo, insbesondere Herrn Bernhard Stritter, der uns so unübersehbar mit seinem gigantischen Traktor anführte. Außerdem den vollständig anwesenden Biebricher Ortsbeiräten von SPD und Grünen und des Ortsvorstehers Kuno Hahn, der auf der Zwischenkundgebung ebenfalls das Wort ergriff.

Auch Herrn Atzbach, der uns von Beginn bis zur Abschlusskundgebung begleitete und mit dem Artikel: Da helfen auch keine 330 PS mehr sehr nett berichtete, gebührt unser Dank. Es freut uns, dass die Lokalzeitungen der Verlagsgruppe Rhein-Main wie auch die Frankfurter Rundschau und weitere wichtige Medien Interesse an uns zeigen. Dass der Hessische Rundfunk und dessen freundliche Kamerafrau uns bei dieser Demonstration erneut filmerisch begleiteten, trug ebenfalls sehr zum Gelingen der Kundgebung bei.

Eine gelungene Demo

Auch die Zusammenarbeit mit der Polizei klappte wieder hervorragend und dank guter Vorbereitung und Vorwarnung an die Märkte blieb ein Verkehrschaos aus. Die meisten Verkehrsteilnehmer die wegen der Versammlung kurzzeitig Einschränkungen hinnehmen mussten, nahmen es gelassen und mit Humor.

Allerdings müssen wir unser Lob leicht einschränken. Denn als der unseren Demonstrationszug begleitende und von hinten absichernde Streifenwagen wegen eines Einsatzes aus der Hagenauer Straße abgezogen wurde, drängten und nötigten ein Geldtransporter und ein weiterer PKW von hinten die Demonstranten. Es kam zu Berührungen mit dem Fahrzeug, dass partout mitten durch die Demonstranten zu einer Markteinfahrt wollte. Eine Unverschämtheit, die normalerweise die Polizei verhindern sollte. Unsere Versammlung stand unter dem Schutz des Gesetzes als wesentlicher Bestandteil gelebter Demokratie! Die Firma des Geldtransoporters war den betroffenen Personen am Ende des Zuges leider nicht erinnerlich. Wir hätten sie hier gerne genannt.

In unserem Demovideo sprechen ab Minute 6:35 folgende Stadtpolitiker: Claus-Peter Große, stellvertretender Fraktionsvorsitzender Bündnis90/Die Grünen, Hartmut Bohrer, Fraktion Linke Liste/Piraten, und zuletzt Helmut Fritz, Fraktionsvorsitzender der SPD-Ortsbeiratsfraktion Biebrich. Christoph Manjura, seit 2007 Stadtverordneter und sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion begleitet unseren Umzug von Beginn an genauso wie Heike Denne, Dorothea Andes-Müller, Jörg Wilhelm und Axel Hagenmüller von den Grünen. Auch ihnen danken wir ganz besonders, ob mit Redebeitrag oder nicht. Zeigte sich doch, dass auch die Kasteler Initiativen uns jetzt, wo sie, evtl. auch durch ein wenig Mithilfe von uns, einen so wichtigen Sieg errungen haben, nicht im Stich lasen. Denn XXL kommt nicht nach Kastel. Wir sind uns deren Zusicherung gewiss, uns auch politisch bei der Thematisierung und Problemlösung für Biebrich zu helfen.

Außerdem ergriffen auf der Abschlusskundgebung neben Heike Denne auch Bernd Thielmann das Wort, der für die “FREIEN WÄHLER” im neuen Schiersteiner Ortsbeirat sitzt.

Neues Ungemach durch weitere Handelsflächen

Herr Thielmann mahnte an, dass da erneut ein verkehrsplanerisches Chaos entsteht, da im hinteren Teil der Hagenauer Straße ein riesiges Neubauprojekt geplant ist und noch mehr Belastung von dieser Seite droht. Denn über Schierstein und Biebrich fließt aller Verkehr zu den Gewerbegebieten durch, oder an Wohngebieten vorbei.

Ironischerweise titelt der Immobilien-Makler, welcher die alleinige Vermarktung inne hat, folgendermaßen:

Wiesbaden-Schierstein: Hier tut sich was!

Neubauprojekt Schierstein Webseite Immo-Makler

Ja, kann man sagen. Ob das gut oder schlecht ist, liegt im Auge des Betrachters und der Entwicklung, auch der der Innenstädte, durch die wachsende Konkurrenz mit den Biebricher und Schiersteiner Gewerbegebieten, die derweil längst verschmolzen sind.

Das Angebot insbesondere weiterer Handelsflächen verspricht erheblichen zusätzlichen Verkehr, nicht nur in den Zeiten, die regelmäßig mit den Berufspendlern zusammenprallen. Dabei ist gerade die Hagenauer Straße ein in alle Richtungen zugeparktes Nadelöhr, bei der jede kleinste Störung an Kreuzungen, Zu- und Ausfahrten sofortige, in gnadenloser Gesetzmäßigkeit kulminierende Rückstaus zur Folge hat. Auch in Äppelallee bis hin zur Biebricher Allee und andernorts hinauf zur Saarstraße und zum Blierweg oder durch den Ortskern von Schierstein wird dies derzeit kontinuierlich schlimmer. Navigationsgeräte sind an dieser Stelle Fluch und Segen zu gleich. Denn gerade die kürzeste Route, die auch LKW-Fahrer wegen der Maut gerne neben der Autobahn nutzen, führt immer häufiger durch die Äppelallee oder über Schierstein.

Es ist kein Geheimnis, dass die Stadt am Blierweg ihre Filetstücke an Grundstücken erst noch vermarkten will. Leider nicht als Park-and-Ride-Plätze – Dafür wären sie ideal gelegen, nein, man will natürlich weiter Gewerbeflächen ausweisen. Der eigentlich Grund, warum die Stadt auf Lärmschutz klagen will. Sie macht sich in erster Linie Sorgen um den Marktwert der Grundstücke zwischen Saarstraße und A643, nicht wirklich um das Wohl ihrer Bürger in Schierstein und Biebrich. Sonst hätten wir sicher durch den (alten) Magistrat mehr direkte Unterstützung auch in dem Einwendungsverfahren erhalten müssen. Wir haben darum ersucht.

Man hat den Eindruck, vom Schiersteiner Kreuz bis zum Rheinufer steht alles auf den Gemarkungen Schierstein und Biebrich zum Verkauf und zur maximalen Verwertung an. Doch nicht etwa um, mit Verlaub, an manchen Stellen an Größenwahn erinnernde Stadtentwicklungsprojekte im Volumen von mehr als 500.000.000,- Euro (eine schlappe halbe Milliarde alleine bei Neubau Platz der Deutschen Einheit, Rhein-Main-Hallen, Schlachthof, Stadtmuseum und HSK-Klinikum) zu finanzieren?

Wir finden, über all dies sollte nun wirklich noch einmal laut nachgedacht werden. Mit der Bürgerbeteiligung, die uns die Parteien in ihrem Koalitionsvertrag schriftlich zugesichert haben und die die designierte Stadtentwicklungsdezernentin, Sigrid Möricke, leben will. Wir wünschen ihr dazu allen Mut und Durchsetzungskraft, wenn sich des öfteren herausstellen sollte, dass der Bürgerwille nicht unbedingt mit dem Willen von Stadtvätern und Investoren übereinstimmt.

FAZIT

Wir sind keine Verkehrsplaner, aber wir kennen die vom vergangenen Magistrat zurückgenommene Struckturanalyse zum Gewerbegebiet Schirerstein/Biebrich. Man kann ganz sicher nicht sagen, man habe ja nichts gewusst. Biebrich und Schierstein steht, gerade im Zusammenhang der Erweiterungen von A643, Schiersteiner Kreuz und – Brücke und darauf folgend der A66 bis 2020 unter kontinuierlichem Umleitungsbeschuss. Es steht verkehrspolitischer Totalschaden bevor und ob es danach besser wird, oder wir nur besser angebunden werden, so das noch mehr Verkehr in die Orte gezogen wird, das wissen die Götter. In den Sternen steht es nicht.

Sehenden Auges wurden diese Stadtteile ins Chaos geführt. Es wirkt, als hätte man aufgegeben, da man keine Lösung weiß, außer alles schneller und alles breiter zu machen.

Es gibt eine Zeit nach dem Öl. Der einseitige Ausbau von Verkehrsstraßen zu Lasten von urbaneren Strukturen mit mehr Grün und vor allem sichen Rad- und Fußgängerwegen ist ein Irrweg, der insbesondere von Wiesbaden, dem Rhein-Main-Gebiet und Mainz schleunigst verlassen werden sollte.

Kundgebungsauszüge

Es folgen nun noch einige Textauszüge aus der Kundgebung von Seiten Mario Bohrmann, neben Birgit Großer und Thomas Frohn einer der Sprecher der “Biebricher gegen Verkehr XXL”. Die persönliche Meinung von Mario Bohrmann als Autor dieses Artikels mag auch hier an manchen Stellen eingeflossen sein und nicht mit der Meinung aller “Biebricher gegen Verkehr” oder diese unterstützende Stadtpolitiker übereinstimmen.

Unser Protest in Bezug auf den fehlenden Lärmschutz richtet sich jedoch vor allem gegen die Verkehrsminister von Bund und Land, die nur minimalste Mittel für aktiven Lärmschutz bereitstellen wollen. Die Belastung durch Schall und Lärm wird jedoch heutzutage nicht konkret gemessen, sie wird errechnet. Oder nicht doch eher schöngerechnet? Herr Dr. Ramsauer als Bundesverkehrsminister wie auch Herr Posch als hessischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung und die sie im Planfeststellungsverfahren vertretenden Ämter für Straßen- und Verkehrswesen gehen aus unserer Sicht nur mit äußerster Arroganz auf die Einwendungen und Stellungnahmen von betroffenen Bürgern und Städten ein.

Eigentlich kann man sagen, sie gehen überhaupt nicht darauf ein. Sie arbeiten aus meiner Sicht eher Schemen ab, wie man sie von manchen Versicherungsgesellschaften kennt. Erstmal alles abbügeln, mal schauen, ob die Meckerer das Geld und den Mut haben, zu klagen. Dann evtl. einen Vergleich anbieten oder gleich mit dem Scheckbuch den paar widerspenstigen Nervensägen ein paar Lärmschutzfenster bezuschussen.

So läuft das schon lange in Deutschland und Europa bei Großprojekten, die Besitz und Gesundheit der Bürger beeinträchtigen. Die Obrigkeitshörigkeit war auch in Biebrich vor 4 Jahrzehnten noch zu groß. Die Äppelallee, die nun 2 Wohnsiedlungen durchschneidet, konnte nur gebaut werden, weil unter Androhung der Enteignung viele Anwohner, meist einfache Arbeiter und Angestellte, vor den damaligen, heute überwiegend längst verstorbenen Grundstücksbesitzern und Stadtpolitikern einknickten. Damals übrigens, ohne diesem eine individuelle Schuld für heutige Verhältnisse zuweisen zu wollen, noch unter dem SPD-OB, Rudi Schmitt. Ob Schwarzer, Roter, oder mit Grün und Gelb gemischter Magistrat: in diesem Bereich von Biebrich haben alle Stadtparlamente durchgängig geschlampt und, Entschuldigung, wenn ich das so deutlich sage, die Bürger verarscht. Doch das ist jetzt vorbei. Wir lassen uns nicht mehr mit billigen Ausreden an der Nase herumführen.

WIDERSTAND TUT NOT! Nicht gleich kleinbeigeben. Ich garantiere Ihnen, hätten von Beginn an auch jene entlang der Rheingaustraße liegenden Firmen und Immobilienbesitzer, denen kleine Entschädigungen zur Finanzierung von passivem Lärmschutz angeboten wurden, auf Lärmschutzwände bestanden, wären das Planfeststellungsverfahren zur A643 schon längst durch und wir müssten nun nicht evtl. selbst noch den Rechtsweg beschreiten. Sollte es nun zu Verzögerungen beim dringend notwendigen Neubau der Schiersteiner Brücke kommen, so tragen aus unserer Sicht einzig die Behörden die Schuld, und wir müssen uns evtl. noch einmal hier versammeln.

Auch jenen, denen passiver Lärmschutz, also Schallschutzfester etc. angeboten wurde und die evtl. noch die Möglichkeit haben zu widersprechen, sei ins Stammbuch geschrieben: Wollen Sie eigentlich ihre Fenster auch nochmal öffnen? Bei geschätzten 100.000 Fahrzeugen täglich rauscht es Tag und Nacht über beide Schiersteiner Brücken. Bei geschlossenen Fenstern hören sie vielleicht vom Straßenlärm nichts, aber ohne Lüftung haben sie bald Schimmel an den Wänden. Auch ihre Lebensqualität leidet erheblich. Kein guter Tausch. Seien Sie mutig. Nehmen sie nicht mehr alles hin!

Als die Schiersteiner Brücke gebaut wurde, Anfang der 60er Jahre, gab es in Familien, wenn überhaupt, 1 Fahrzeug, bei sehr wohlhabenden vielleicht bereits 2, maximal. Lärmschutz war in den 60er und 70er Jahren auch kein Thema. Die Belastung durch den Lärm der Schiersteiner Brücke, auch durch noch geringe Geschwindigkeiten niedrig motorisierter Kraftfahrzeuge, war noch hinnehmbar und schaukelte sich erst über Jahre und Jahrzehnte, quasi über Masse mal Geschwindigkeit, hoch. Im Umkreis von 1 km um die Schiersteiner Brücke hören wir bei Tag und Nacht und egal bei welchem Wind, ein kontinuierliches Grundrauschen, der eine mehr, der andere weniger, aber immer ist es da. Doch nun wird ein Neubauprojekt, doppelt so breit, ausgelegt für höhere Geschwindigkeiten und deutlich mehr Verkehr, beabsichtigt. Innerhalb des Rhein-Main-Gebietes, in einem dicht bevölkerten Areal, durch wichtige Naturschutzgebiete hindurch.

LÄRM MACHT KRANK! Medizinisch gesehen steht längst fest, das solche Dauerbeschallung, sei es durch Fluglärm oder Lärm allgemein, zu mehr Herzinfarkten und Schlaganfällen führt. Alleine im letzten halben Jahr, so der Kardiologe Professor Dr. Thomas Münzel, Leiter der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz, wurden drei Studien veröffentlicht, die dies belegen. Vor wenigen Tagen erst konnten wir dies in der Regionalpresse lesen.

Liebe Verkehrsminister, verehrtes Amt für Straßen- und Verkehrswesen: Alles andere als durchgängiger und bestmöglicher aktiver Lärmschutz im Bereich Mainz-Mombach bis Schiersteiner Kreuz ist schlicht eine Frechheit. Es ist vorsätzliche Körperverletzung und die ist strafbewehrt. Sind sie sich wirklich sicher, dieses Risiko und evtl. Amtshaftung eingehen zu wollen? Warum wurden eigentlich die Entwürfe der Schiersteiener Brücke, so heute noch im Internet zu sehen, immer mit durchgängiger und hübscher, gläserner Lärmschutzwand eingezeichnet?

Ein Versehen der Architekten, oder Vorspiegelung von Tatsachen, um weniger Bürgerprotest zu erzeugen? Gleichwohl, die von uns vertretenen Einwendungen von über 180 Familien, darunter mehr als 120 Hauseigentümer, bleiben bestehen.

Ich möchte an dieser Stelle nicht zu politisch werden und schildere hier neben den Erfahrungen unserer Initiative auch meine persönliche Meinung, aber wer aufmerksam das Weltgeschehen verfolgt und Egoismus und Scheuklappen ablegt, sollte sich auch ganz andere Fragen stellen. Z. B. ob wir mit massivem Straßenausbau, Verbrennungsmotoren und einseitiger Förderung des Individualverkehrs bei sträflicher Vernachlässigung eines attraktiven öffentlichen Personennahverkehrs und Radwegenetzes nicht blindlings in eine Sackgasse laufen. Angesichts der Entwicklung in dem Gebiet, in dem wir stehen und das täglich Staus und dadurch eigentlich völlig unnötige Emissionen produziert, mutet das Gerede über eine Umweltzone wie Heuchelei an.

In diesem Moment wird bundesweit in 21 Großstädten zu Recht gegen die Kernkraft demonstriert. Auch sie hat sich, eigentlich schon seit Tschernobyl, aber spätestens seit Fukushima, als unkontrollierbare Sackgasse erwiesen, deren eigentliche Folgekosten niemals eingepreist waren und kein einziges Menschenleben wert sind. Diese Anti-Atom-Demo hat uns einige Teilnehmer von mit uns derweil sympathisierenden Umwelt- und Naturschutzverbänden gekostet; unser Demotermin stand zwar schon länger fest, leider haben die Atomkraftgegner auf die weltumspannende Organisation “Biebricher gegen Verkehr XXL” bislang noch keine Rücksicht genommen. ;-)

Die “Biebricher gegen Verkehr XXL” sind aus der Not der Anlieger geboren, deren Wohngebiete, Nachkriegssiedlungen aus den 20er bis 50er Jahren, wir gerade umrundet haben. Es sind nicht wenige, rund 330 Familien, etwa 1.000 Bürger rechts und links der Äppelallee sind unmittelbar von der chaotischen Entwicklung der letzten Jahre betroffen. Weiterhin, nicht ganz so heftig, auch das Parkfeld, sicher weitere rund 3.000 Einwohner, dazu die Rheingaustraße, Biebrich und Schierstein seit jeher verbindend. Auch wenn manche Villenbesitzer aus dem unteren Bereich von der einzig bislang geplanten 500 Meter Lärmschutzwand an der A643 profitieren.

Einige altgediente Stadtpolitiker, zum Beispiel Ex-Ob Hildebrand Diehl, wohnen dort. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Zudem wenn man weiß, dass für diesen Bereich testweise seit einem halben Jahr ein nächtliches LKW-Fahrverbot gilt, was Anlieger der Rheingaustraße anscheinend gerichtlich erreicht haben und welches voll zu Lasten der Äppelallee und Hagenauer Straße geht. Wir werden diese einseitige Bevorzugung im Übrigen nicht länger hinnehmen. Entweder werden alle Wohngebiete nachhaltig entlastet, oder keine. Weiter gehts in der oberen Rheingaustraße in Schierstein. Auch dort haben sich attraktive Märkte angesiedelt, und die Pendler verdichten sich mit dem Kundenverkehr immer häufiger zu einer schwer zu entflechtenden Blechmasse.

In den Rheingau hinein sind 2 Einbahnstraßen durch den Schiersteiner Ortskern höchst frequentiert, und auch dort wird der Schwerlastverkehr immer schlimmer. Und wissen Sie, woran dies neben fehlendem Verkehrskonzept, Ausweglosigkeit mancher und Egoismus einiger unter anderem liegt? An der LKW-Maut auf Autobahnen.

Speditionen haben heute eigene Routenplaner, die auch Mautgebühren optimieren. Von der A66 gehts dann gerne mal auch ohne Not an der Ausfahrt Biebrich ab, über die Biebricher Allee und den Herzogsplatz auf die Äppelallee und mit 40 Tonnen donnernd wieder auf die A643 Richtung Mainz oder Wiesbaden oder eben noch weiter über Orts- und Landstraßen, um für einige Kilometer ein paar Euro Mautgebühr zu sparen. Ich nenne das eine absurde, eine perverse Entwicklung.

Gestern wurde die designierte Stadtentwicklungsdezernentin, Sigrid Möricke, vom SPD-Parteitag nominiert. Sie lebt unseres Wissens nach sogar in Schierstein. Ihre Rede, die heute im Wiesbadener Tagblatt zu lesen ist, lässt hoffen. Ich möchte daher kurz daraus zitieren:

„Viele Projekte in Wiesbaden scheinen festgefahren. Widerstand von Anwohnern, Initiativen und Interessengruppen findet sich dort zuhauf.“ Das müsse ihrer Meinung nach nicht sein. Drum versprach sie für den Fall ihrer Wahl: „Planungsprozesse sollen nicht nur für die Bürger, sondern zu allererst mit ihnen gestaltet werden. Ich will, dass die ambitionierten Projekte, die im Koalitionsvertrag aufgeführt sind, auch umgesetzt werden – und zwar gemeinsam mit den Menschen, nicht gegen sie. Und ich bin überzeugt, dass wir das schaffen können. Und wenn dazu noch eine Plattform, oder ein weiterer Runder Tisch oder eine zusätzliche Bürgerversammlung nötig ist – dann machen wir das auch.“ Ihr erster politischer Schwerpunkt sei kein konkretes Projekt, sondern ein neuer Weg: „Mehr Beteiligung, mehr Zuhören, mehr Konsens. Miteinander statt Gegeneinander.“

Das ist Musik in unseren Ohren!

ENDE DES AUSZUGS. Die originäre Reihenfolge und wörtliche Widergabe kann leicht abweichen und wurde verteilt auf die beiden Kundgebungsplätze an Hagenauer Straße und Äppelallee

Unsere Demo in den Medien – Video und Presseberichte

Die Biebricher gegen Verkehr XXL sind endgültig angekommen – Auch im Fernsehen wurde noch am Abend der Demonstration über uns berichtet.

Es wurde nun auch ein Konto bei YouTube für die Verkehrsinitiative eingerichtet. Unser eigenes Video, gefilmt durch “Kamerakind” Gerhard Nietzsch, folgt nach der Bearbeitung. Dies kann jedoch etwas dauern, da sehr aufwändig und viel Material. Aber die bereits bearbeiteten 30 Sekunden der Hessenschau lohnen sich in jedem Falle.

Biebricher gegen Verkehr XXL – DEMO am 18.12.2010 – Bericht in der Hessenschau

Schöne Bilder von friedfertigen, fröhlichen Menschen, obgleich die Situation ja alles andere als erfreulich ist. Aber wir können stolz auf uns sein. Wir widmen diesen Film dem Magistrat zur Mahnung jetzt sehr zügig, aber bitte nur gemeinsam mit uns, die Problematik ergebnisoffen anzugehen. Den Verkehr schneller zu machen ist kaum die richtige Lösung. Äppelallee und Hagenauer Straße waren niemals für diese Belastung ausgelegt und die Bürger werden solchen einseitigen Maßnahmen auch nicht zustimmen. Sonst sehen wir uns in 2011 vielleicht regelmäßig zu Samstagsdemonstrationen!?!

Dass kann wirklich niemand wollen. Wir sind nicht gegen die Märkte und sind selbst Verkehrsteilnehmer. Aber wir sind für langfristige Lösungen die nur funktionieren können, wenn Stadt und Land, Bürger und Gewerbetreibende an einem Strang ziehen. Eigene Vorschläge werden wir noch vor der Kommunalwahl in 2011 präsentieren.

Der erste Pressebericht mit sehr schönen Bildern ging ebenfalls gestern noch online. Siehe hier auf Wiesbadenaktuell.de

Seit Sonntagmittag berichten auch Wiesbadener Kurier, Wiesbadener Tagblatt und Allgemeine Zeitung Mainz über die gelungene Demo. Ein Auszug daraus:

Anwohner demonstrieren gegen Verkehrsbelastung in Äppellallee in Biebrich

19.12.2010 15:42 Uhr – WIESBADEN

Von Joachim Atzbach

Der befürchtete Verkehrskollaps ist ausgeblieben. Bei strahlendem Sonnenschein, aber eisigen Temperaturen, verschafften 200 Demonstrations-Teilnehmer ihrem Zorn über die Verkehrssituation rund um Äppelallee und Hagenauer Straße Luft. Aufgerufen hatte die Bürgerinitiative „Biebricher gegen Verkehr XXL“.

„Zufrieden?“ fragt Polizeioberkommissar Rainer Hertling. Mario Bohrmann, Mitorganisator der Demonstration nickt. „Und Sie – auch zufrieden?“ fragt er zurück. Hertling, Polizeieinsatzleiter vor Ort, nickt auch. „Weil alles gut läuft“, sagt er.

„Wir kämpfen für unser Recht, hier vernünftig leben zu können.“

Es ist Samstagnachmittag, 20 Minuten vor zwei Uhr. 200 Meter lang zieht sich der Demonstrationszug mit über 200 Teilnehmern die Hagenauer Straße entlang. Die Verkehrsinitiative hatte, der zu erwartenden eisigen Temperaturen wegen, mit nicht viel mehr als 100 Demonstrierenden gerechnet. Aber die Bewohner der Siedlungen Rosenfeld und Selbsthilfe haben sich davon nicht beeindrucken lassen. Jung und alt sind seit gut einer Stunde auf den Beinen. Kinderwagen werden geschoben. Sogar der Hund trabt an der Leine mit. Durch die Bank durch herrscht Aufbruchstimmung: „Wir kämpfen für unser Recht, hier vernünftig leben zu können.“ (…)

Eine erfolgreiche Demonstration – Wir sagen DANKE!

Wir sind dankbar und bewegt über die große Teilnehmerzahl bei der ersten Demonstration, die es von Biebrichern für Biebricher (und Schiersteiner und im Grunde alle Wiesbadener) gab. Viele, auch manche Ordnungskräfte, rechneten nur mit einer niedrigen 2-stelligen Zahl. Wir äußerten gestern hier im Wiesbadener Kurier unsere Zielvorstellung: 100 +

Doch wir knackten bereits zu Beginn um 13.00 Uhr die Marke von 200 Teilnehmern die uns begleiteten und selbst erstaunt und glücklich waren über diesen Erfolg. Die besten Bilder und auch Videos kommen noch, nur einige wenige, die vom letzten Teil des Zugweges um das BKA herum und auf der Äppelallee vorliegen, stellen wir als “Vorschuss” hier ein (zum Vergrössern anklicken).

Im Rahmen der Abschlusskundgebung wurde auf weitere Punkte eingegangen, die uns neben der Thematik zum Ausbau im Gewerbegebiet betreffen, siehe Kasten Links “Aktuelles”. Der Ausbau von Schiersteiner Kreuz und der Neubau der Schiersteiner Brücke wird die “Brückenköpfe” Biebrich, Schierstein und auch Kastel noch mindestens bis 2018 in kaum absehbarem Maße belasten.

Die Aktionsgemeinschaft Petersweg und BI Fort Biehler, die sich mit rund 15 Teilnehmern aus AKK mit uns solidarisierte und mitlief, überreichte unserer Initiative eine Spende in Höhe von 500 €! Unsere Dankesrunde beginnen wir daher an dieser Stelle gerichtet an unsere östlichen Nachbarorte, aber auch an die Teilnehmer aus dem Ortsbeirat von Biebrich. Wir wollen uns zwar parteipolitisch raushalten, wollen jedoch anerkennen, dass vor allem SPD und GRÜNE sehr stark vertreten waren. Auch Herr Bohrer von der Linken Liste lief mit.

Wir danken den interessierten Medienvertretern von Hessischem Rundfunk, Wiesbadener Kurier, Frankfurter Rundschau, FAZ, Blitztip, Der Biebricher, Wiesbaden Aktuell und jenen, die vielleicht noch vergessen wurden. Wir freuen uns auf die Berichte.

Und wir danken Polizei und Ordnungsamt für die gemeinsame und sorgsame Vorbereitung, die insgesamt das befürchtete Verkehrschaos vollständig ausbleiben ließ. Den betroffenen Märkten und Autofahrern danken wir darüber hinaus für ihr Verständnis. Schließlich aber ein ganz besonderer Dank an das Ford-Autohaus und dessen Chef, Herrn Bayer. Er ermöglichte unsere Kundgebung direkt an der Äppelallee, räumte den Vorplatz für uns und gab uns Strom für unsere heißen Getränke und die Lautsprecheranlage.

Einen schönen 4. Advent wünschen alle BIEBRICHER GEGEN VERKEHR XXL!