Die Umsetzung erster verkehrsberuhigender Maßnahmen – BEGINNT JETZT

Unsere Initiative wurde vor kaum einem halben Jahr gegründet, aber sie hat bereits viel erreicht und ist in aller Munde.

Damit dies so bleibt, brauchen wir weiterhin die Unterstützung aller Anwohner, denn wir tun dies, wie sich nun an ersten Früchten zeigt, nicht isoliert für einzelne Bereiche, sondern für uns alle. Und nur wer sich äußert, kann sich auch einbringen.

Heute bestätigte das Tiefbauamt der Initiative, dass die mit dem Stadtentwicklungsdezernat vereinbarten verkehrsberuhigenden Maßnahmen innerhalb der Siedlungen nun umgesetzt werden. O-Ton:

…im Auftrag des Dezernats für Stadtentwicklung und Verkehr kann ich Ihnen mitteilen, dass die am 09.03.11 besprochenen und gewünschten Maßnahmen bereits zur Anordnung gegeben wurden und entsprechend der Kapazitäten und Wetterlage in der nächsten Zeit ausgeführt werden.

Losgelöst von Parteizugehörigkeiten gebührt Herrn Prof. Pös an dieser Stelle unserer besonderer Dank! Wahlkampf hin oder her, es war nicht seine Partei, sondern er als Dezernent und damit Stadtbediensteter, der sich sehr bürgernah zeigte und diese verhältnismäßig rekordverdächtig schnelle Genehmigung und Beauftragung ermöglichte.

Die Maßnahmen wurden in unserer Versammlung am 14.3.2011 den Anwohnern vorgestellt und durch zusätzlich Vorschläge ergänzt, die nach Möglichkeit ebenfalls bereits umgesetzt werden sollen. Die vom Dezernat zur Verfügung gestellte Präsentation ist als Anhang beigefügt. (Download Protokoll Verkehrsberuhigung Siedlungen 4MB)

Nicht nur der letzte Artikel zeigt (klick), dass insbesondere das Parkverbot für LKW an der Äppelallee entlang der Siedlungsbereiche dringend notwendig ist. Eine zusätzliche Einzeichnung von Sperrflächen an den Einmündungen der kleineren Seitenstraßen insgesamt kann ebenso hilfreich sein. Hier wurde nachträglich um Prüfung an Einzelstellen gebeten, da dies zumindest vor den Briefkästen/Saarburger Straße wie auch evtl. vor Naab- und Schlettstadter Straße sinnvoll erscheint.

Die Blitzanlage an der Äppelallee wird befürwortet, muss jedoch noch von der Polizeiakademie genehmigt werden. Dass Ergebnis wird sehr bald erwartet. Zugleich wurden konkrete Lärmmessungen durch das Umweltamt empfohlen. 2 Anwohner haben sich bereiterklärt, die Geräte bei sich aufzustellen und mit Strom zu versorgen. Auf diese Messungen sind wir besonders neugierig. Doch dies wird noch dauern und zählt zu den eher mittelfristig wichtigen Dingen.

Eine besondere Entlastung, vor allem für die besonders durch Stauumfahrer geplagte Siedlung Rosenfeld, als Schnittstelle von Hagenauer Straße und Äppelalle, erhoffen wir uns durch die nun angegangene Umwidmung von Malmedyer Straße, Eupener Straße und “Im Rosenfeld” in einen verkehrsberuhigten Bereich, umgangssprachlich als “Spielstraßen” bezeichnet. (klick).

Im Gegensatz zu der bisherigen Beschilderung, “Anlieger Frei”, die ein schier unendlich breites Spektrum an Ausreden ermöglicht und faktisch nicht sanktioniert werden kann, außerdem auch in diesen schmalen Straßen theoretisch 50 Km/h erlauben würde, gebietet die Verkehrsberuhigung nur Schrittgeschwindigkeit. Nach Umsetzung gelten dort 7 Km/h, was auch angemessen ist, angesichts der übergangslosen Straßen und Grundstücke. Fußgänger dürfen dann die Straße in ihrer ganzen Breite benutzen; Kinderspiele sind überall erlaubt. Fußgänger haben somit im Grunde genommen Vorrang vor dem Straßenverkehr. Sie dürfen ihn lediglich nicht unnötig behindern.

Nach Umsetzung sollen die Maßnahmen auch stichprobenartig durch das Ordnungsamt überwacht werden, weshalb natürlich auch die Anwohner damit rechnen müssen, bei zu schnellem Fahren ein Bußgeld zu kassieren. Abzgl. Toleranz gemessene 30 Km/h können dann neben einem ordentlichen Geldbetrag bereits einen Monat Fahrverbot mit sich bringen.

Aber wer der Anwohner wird so rücksichtslos sein? Es ist und bleibt in diesen schmalen Straßen gefährlich. Auch in der Siedlung Selbsthilfe. Für Mensch und Haustier. Mancher Taxifahrer oder Auswärtige jedoch wird hoffentlich durch die neue Beschilderung erst gar nicht mehr auf die Idee kommen dort einzubiegen, oder wenn, dann sehr angemessen fahren. Die Gartensaison beginnt, wir werden es erleben und in einem halben Jahr Resumee ziehen.

Entlang der Hagenauer Straße wird auf Siedlungsseite nur noch das Parken für PKW erlaubt. Zu eng an den Ausfahrten sitzenden Parkbuchten werden teils rückversetzt. Dies wird die Ausfahrten zur Hagenauer Straße definitv sicherer machen und zügiger ermöglichen.

Gleiches gilt für die noch zu markierenden, versetzenden Parkbuchten in der Colmarer Straße, um die so bezeichnete “Durchschusswirkung” zu mindern, die auch dort häufig zu Umfahrungsversuchen führt. Hier wurde von Anwohnern die Überlegung geäußert, nur auf 1/2 bis 2/3 der Colmarer Straße, von der Äppelallee aus gesehen, die Parkbuchten einzuzeichnen.

Dies würde vermutlich bereits ausreichend die “Durchusswirkung” mindern, zugleich jedoch weniger Parkmöglichkeiten kosten. In einem letzten Ortstermin, um den wir baten, sollen die Anwohner der Colmarer Straße hier selbst mehrheitlich entscheiden. Vermutlich am 6.4. um 16.00 Uhr, dem nächstmöglichen Termin, werden wir uns vor Ort Colmarer Straße/Äppelalle treffen. Die Anwohner werden hoffentlich ausschließlich davon profitieren. Verlierer werden dagegen einige der BKA-Parker sein.

Eine Lösung für durch Rückstau und “navibedingte Fehleinschätzung” (Alternativroute) in die Siedlung Selbsthilfe gelotste LKW, die sich gelegentlich zwischen Zaberner Straße und Metzer Straße festfahren, wird noch gesucht. Ein Beitrag, den wir mittelfristig selbst leisten können, ist die Information der Navihersteller und Kartendiensleiter wie TomTom etc. über solche Engstellen. Aber wir besprechen auch dies im nächsten Ortstermin mit dem Tiefbauamt.

Wir können hier jedoch nicht zuviel versprechen und bitten insgesamt um Verständnis, wenn gerade künftig gewünschte Nachbesserungen in anderen Bereichen nun zunächst nicht mehr berücksichtigt werden können.

Hier müssen wir jedoch festhalten, dass es dann auch an den Anwohnern selbst liegt. Seit November 2010 wurde in vielen Schreiben, Artikeln und Versammlungen jedem Betroffen die Möglichkeit gegeben, Probleme in seinem Wohnbereich zu schildern.

Wir möchten die Geduld des Tiefbauamtes nicht überstrapezieren und erst nach Umsetzung des oben genannten und nach einer gewissen Zeit gemeinsam die Ergebnisse betrachten und wenn möglich und sinnvoll nachbessern.

Wir dürfen von uns behaupten, dass wir außnahmslos alles aufgenommen haben und auch nahezu alle Wünsche in enger Kooperation mit Anwohnern und Ämtern umsetzen konnten.

Wir können daher stolz auf uns sein.

Und wir dürfen uns ein Kompliment des Stadtentwicklungsdezernates durchaus auf unsere Fahnen schreiben. Wir werden als eine der aktivsten Bürgerinitiativen in Wiesbaden wahrgenommen! Vielleicht gar als die aktivste.

Dazu hat sicher nicht nur unsere Demo mit mehr als 200 Teilnehmern beigetragen, sondern auch die regelmäßige Teilnahme vieler Anwohner an Versammlungen aller Art, die mit der Verkehrsproblematik in Biebrich zu tun haben. Dass wir nahezu 200 Einwendungen zur A643 binnen weniger Tage eingereicht haben, blieb ebenfalls, sogar über die Stadtgrenzen hinaus, nicht unbemerkt. Dies wird das nächste Thema gleich im April. Der Erörterungstermin am 5.4.2011 wird von uns wahrgenommen, jeder ist eingeladen. Infos folgen.

Natürlich ist dieser Erfolg vor allem 15-20 besonders aktiven Anwohnern von 18 bis 78 Jahren zu verdanken, die in ihrer Gesamtheit sicherlich deutlich über eintausend Arbeitsstunden geleistet haben. Aber auch sie sind ohne die breite Unterstützung der weiteren Anwohner ohnmächtig.

Machen wir weiter so. Wir sehen doch, es lohnt sich am Ball zu bleiben und wir sind eindeutig im Recht. Moralisch und vermutlich auch juristisch.

Um letzteres auch prüfen zu lassen, sind wir jedoch dringend auf Spenden (klick) angewiesen. Spätestens jetzt sollten auch die vielen anfänglichen Zweifler (“Wir können doch eh nichts machen”, “Das bringt doch nichts”) und bislang höchstens passiv beteiligten Anwohner einen Beitrag leisten, sofern nicht bereits geschehen. Jeder nach seinem Geldbeutel. Eine Überweisung von 5,- € wird genauso gern genommen wie 100,- €

Ein guter Anwalt in diesem Spezialbereich verlangt nunmal 200-300,- € die Stunde. Für einen Bürger alleine kaum tragbar. Für uns zusammen, rund 1.000 Menschen in den Siedlungen, leicht möglich. Selbsthilfe bedeutet nicht nur Selbstverantwortung sondern auch Solidarität!

Es bleibt, wie bei Spenden üblich, immer eine freiwillige Leistung. Aber auch die Aktiven haben nicht nur Geld, sondern viel, viel Zeit, Mühen und Sachaufwand geleistet. Honorieren Sie dies bitte auch durch einen kleinen Betrag, damit wir an allen Baustellen die noch anstehen weitermachen können und der Stadt die Macht der Bürger beweisen.

Wir wollen langfristig nicht nur eine innere, sondern auch äußere Verkehrsberuhigung des gesamten Siedlungsbereiches erreichen. Und das dies keine Illusion sein muss, zeigen mehr und mehr Fürsprecher. Nicht nur alle Ortsbeiräte von Biebrich und Schierstein, sondern auch mehr und mehr Stadtbedienstete.

Bitte beachten Sie daher auch den aktuellen Artikel im Wiesbadener Kurier “XXXL-Möbelmarkt stört alle Parteien” (klick)

Auch dieses Zitat findet sich darin:

„Um die Lebensqualität der beiden Siedlungsgemeinschaften zu sichern, bedarf es dringend geeigneter Verkehrsberuhigungsmaßnahmen“

Und dies nun erreichte war für uns nur der erste Schritt.

Gehen Sie daher am Sonntag wählen!

Egal wen oder welche Parteien, gleich ob sie viele Einzelpersonen aus mehreren Fraktionen wählen, ein Listenkreuz setzen oder Ihren Stimmzettel ungültig machen. Zeigen Sie durch Ihre starke Beteiligung, dass die Biebricher und besonders die Siedler Demokraten sind die sich ihrer Stimme nicht enthalten!

Nicht bei einer Wahl und nicht bei verfehlter Stadtentwicklung, die schon viel zu lange an uns vorbeiplante.

Danke dafür!

Ihre “Biebricher gegen Verkehr XXL”

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