Offener Brief an die Stadt Wiesbaden – Zukunftsvisionen ÖPNV

Einen auch durch Prof. Pös angeregten kurzfristigen Ortstermin am kommenden Dienstag nehmen Verkehrsinitiative und Siedlergemeinschaft zum Anlass, sich bei Stadtentwicklungsdezernat und Ortsbeirat für die parteiübergreifende Zustimmung zu schnellen Maßnahmen zu bedanken. Leider waren die Verkehrsprobleme jedoch lange voraussehbar. Die angebotene Hilfe kommt daher spät, aber sie wird gerne angenommen.

Sehr geehrte Damen und Herren, an die Ortsbeiräte aller Fraktionen,

wir sind Ihnen sehr dankbar für die Geschlossenheit, die Sie als Ortsbeirat von Biebrich und Stadtentwicklungsdezernent zuletzt gezeigt haben, um weiteres Ungemach vom Biebricher Westen und Schierstein fernzuhalten. Gleiches gilt für die natürlich für Kastel kämpfenden Gemeindevertreter. Doch abseits vom derzeitigen Vermarktungsproblem um den Petersweg und den Diskussionen zum Möbelgigant XXXL da und/oder dort. Machen wir uns in Bezug auf Biebrich doch nichts vor. Es ist eigentlich alles viel zu spät.

Dass bereits jetzt angesiedelte Gewerbe um das Vieleck Rheingaustraße, Äppelalle, Friedrich-Bergius- und Hagenauer Straße ist auch für die Mainzer viel zu attraktiv, als das sich am Verkehrsaufkommen jemals wieder etwas reduzieren ließe. Bestenfalls hält man es auf, aber uns kommen auch große Zweifel angesichts der angedachten massiven Massnahmen rund um Herzogsplatz und Äppelallee wie auch des Schiersteiner Kreuzes.

Was uns fehlt, auch abseits allen “Siedlerinteresses” und als mittlerweile auch mit den Bürgerinitiativen aus Kastel verbrüderte Aktionsgemeinschaft, ist eine Vision für den öffentlichen Personennahverkehr.
Angesichts des Neubaus der A643 und des Abrisses der alten Brücke ist hier noch viel Raum für Vorschläge, die wir als Initiative, noch vor Ende der Auslegungsfrist, ergänzend einreichen werden. Verkehr muss nicht nur fließen, auf ihn muss auch Einfluss genommen werden!

Wir wissen, dass Vorgehen eines solchen, recht kurzfristig vereinbarten Treffens zur Ortsbesichtigung (wie folgt) ist auch von Seiten der Stadtentwicklungsdezernates und Tiefbauamts äußerst ungewöhnlich und unbürokratisch. Es kam auf Grundlage eines Vorgesprächs im Dezernat mit Vertretern der Verkehrsinitiative und des Siedlervereines zustande. Fast zeitgleich formulierte dankenswerterweise der Biebricher Ortsbeirat geschlossen einen entsprechenden Antrag, den wir so gemeinsam bereits in wenigen Tagen in die Tat umsetzen können. Schneller geht es nicht, dafür sind wir allen Adressaten, die daran mitgewirkt haben, äußerst dankbar.

Daher bitten wir die Empfänger dieser Email an dieser Stelle auch, diese Informationen nicht für politische Spielereien zu verwenden, zumal Herr Prof. Pös persönlich an diesem Termin teilnehmen will und hier bereits aufrichtiges Interesse und große Hilfsbereitschaft gezeigt hat. Aus Sicht der Anwohner, vor allem vertreten durch Frau Birgit Großer als Vorstand der “Siedlergemeinschaft Rosenfeld und Selbsthilfe e.V.”, geht es bei diesem Ortstermin letztlich auch um freiwillige Einschränkungen, um den ungewollten aber auch unvermeidbaren Verkehrsdurchfluss zu vermindern.

Die Anwohner rechts und links der Äppelallee freuen sich insoweit jenseits allen Parteikalküls und anstehender Wahlkämpfe, auf den angekündigten Versuch, einer Art verkehrstechnischen “1. Hilfe”, für die oft missbrauchten Durchfahrtstraßen. Es ist gut, dass endlich ein Bewusstsein für das grundsätzliche Verkehrsproblem zu wachsen scheint. Aber keines der bislang gezeigten Verkehrskonzepte ist überzeugend.

Für das Große und Ganze, weitsichtig, großräumig und attraktiv gedachte ÖPNV-Alternativen, brauchen wir nicht nur den Biebricher Ortsbeirat, sondern auch die benachbarten in Schierstein und auch AKK und schließlich den ganzen Magistrat. Wir bitten sie alle einmal diesen grundsätzlichen Gedanken
innerhalb Ihrer Fraktionen zu verbreiten und neugierig zu machen, auf das langfristige und “länderübergreifende” Konzept der Verkehrsinitiative, welches auch Mainz und Wiesbaden wieder näher zueinander bringt. Doch hierzu frühestens Mitte Dezember mehr auf unserer Webseite.

Beigefügt finden Sie unseren im Groben mit dem Stadtentwicklungsdezernat vereinbarten “Fahrplan” für kommenden Dienstag, den wir Ihnen aus Gründen der Fairness, aber auch der unmittelbaren Verantwortung im Umgang damit, vorab zuleiten wollen. Dies ist daher nicht als persönliche Einladung an alle Ortsbeiräte zu verstehen, aber wer persönliches Interesse an diesem Thema hat, ist natürlich parteiübergreifend willkommen. Keinesfalls allerdings möchten wir an diesem Tag irgendwelche politischen Verlautbarungen produzieren oder provozieren lassen. Dies wird daher auch im Anschluss keine Versammlung mit individuellem Rederecht, sondern des ausschließlichen Austausches der Anwohner mit den Entscheidungsträgern.

Wir wollen bei dieser Besichtigung einfach nur realistisch sein und möglichst pragmatische und kurzfristige Lösungen mit den Bürgern vor Ort erarbeiten. Die langfristigen möchten wir gerne mit Ihnen allen gestalten. Mit den Bürgern und deren Initiativen, und mit deren Repräsentanten in Ortsbeirat, Magistrat und Landtag.

Stadtplanung geht über Generationen. Fangen Sie bitte an, auf eine zu hören!

Herzliche Grüße aus Biebrich

Biebricher gegen Verkehr XXL                Siedlergemeinschaft Rosenfeld und Selbsthilfe e.V.

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