MEINUNG – Allerheiligen im Wohn- und Gewerbegebiet

MEINUNGAllerheiligen im Wohn- und Gewerbegebiet

(Anmerkung der Initiative: Artikel die mit MEINUNG gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Haltung von “Biebricher gegen Verkehr XXL” wieder, sondern stets jene des Verfassers.)

ACHTUNG – DER FOLGENDE TEXT KANN SARKASMUS IN HOHEN ANTEILEN ENTHALTEN!

Nun, Wiesbadener kennen es zur Genüge. An Allerheiligen ist in der Innenstadt der Teufel los.

Es entzieht sich zwar meinem Verständnis, warum Rheinland-Pfälzer von Mainz bis Koblenz ausgerechnet an diesem Tage in Scharen zum Einkaufen über die hessische Landeshauptstadt und das Rhein-Main-Gebiet herfallen. Aber vielleicht würden Hessen dies bei passender Feiertagsgelegenheit auch tun. Doch unser Anteil an Katholiken ist halt zu niedrig. Aber mit “geheiligten Tagen” haben diese Völkerwanderungen und Blechkarawanen sicher auch nicht mehr viel zu tun.

So führt der Konsumwunsch (nicht nur) unserer lieben Nachbarn seit Jahrzehnten zu ganztägig zähem Verkehrsfluss in vielen Innenstädten. Doch halt, nur in den Innenstädten?

Einfahrt Höhe Zoopalast

Hagenauer Strasse - Einbiegung Höhe Zoopalast

Wir befinden uns hier im unteren Bereich der Hagenauer Strasse, kurz nach der Kurve Höhe Zoopalast. Die entgegenkommenden Fahrzeuge stauen sich zurück von der Ampelkreuzung der Äppelallee und haben dieses Etappenziel schon fast erreicht. Etwa 5 Minuten werden sie noch brauchen. Die Fahrzeuge auf der rechten Seite stehen erst am Beginn ihrer “Staukarriere” in diesem Abschnitt. Es ist etwa 14.00 Uhr. Sehr früher Nachmittag, noch keinerlei Berufsverkehr dazwischen. Und es läuft schon seit dem späten Vormittag so zäh bis chaotisch.

Hagenauer Strasse Höhe BKA-Rückseite

Hagenauer Strasse Höhe BKA-Rückseite

So gehen wir ein Stück weiter. Linke Hand stehen überwiegend PKW von BKA-Angehörigen. Selbstverständlich wurden auch alle sonstigen Kennzeichen unkenntlich gemacht. Rechts kommen die ersten Gewerbebetriebe in Sicht. Nicht wenige von diesen bestehen seit vielen Jahrzehnten an dieser Stelle.

Hagenauer Strasse

Hagenauer Strasse Mitte

Hier kommen wir in den Wohnbereich. Ja, es leben viele Menschen aus Fleisch und Blut zwischen Hagenauer Straße und Äppelallee. Sie haben das nicht gewusst? Vor lauter Fahrzeugen und seit vielen Jahrzehnten gewachsener Begrünung sind die Zufahrtsstrassen kaum zu sehen. Und selbst die Motorradfahrer haben in diesem engen Verkehr keine Chance, sich zwischen den PKW durchzumanövrieren. Mitgehangen, mitgefangen.

Kurz vor Kreuzung Friedrich-Bergius-Stasse

Kurz vor Kreuzung Friedrich-Bergius-Stasse

Nun kommen wir dem vorübergehenden Stauende näher. Es sei denn, man möchte an der Ampelkreuzung Ecke Friedrich-Bergius-Strasse nach rechts abbiegen und OBI oder Hornbach besuchen. Denn für diesen Fall wird der Rückweg nochmal soviel Zeit in Anspruch nehmen. Oder noch viel mehr. Die Zufahrt zu den Baumärkten und die Belastung dieses Kreuzungspunktes ist der neuralgischste Punkt der Hagenauer Strasse. Und dies nicht nur an Allerheiligen sondern täglich! An Samstagen und in den Hauptverkehrszeiten sieht es dort immer so aus. Noch vor wenigen Jahren war das nie der Fall. Zum Beispiel 2003, als dieses Bild von Google Earth entstand.

Siedlung Rosenfeld zwischen Hagenauer Strasse und Äppelallee

Siedlung Rosenfeld zwischen Hagenauer Strasse und Äppelallee - Quelle: Google Earth

Gut 15-20 Minuten haben die Autofahrer nur in dem kleinen Abschnitt von 300-400 Metern, der hier mit Bildern belegt wurden, verbracht. Die aus den Zufahrten, sei es der Wohnsiedlung links, oder von den Firmengrundstücken rechts ausfahrenden Fahrzeuge brauchen ähnlich viel Geduld, um sich überhaupt in den Verkehr einzufädeln. Denn leider ist das Scheuklappendenken und ein gewisser Egoismus immer noch bei zu vielen Autofahrern immanent vorhanden und Haupthindernis für ein halbwegs stressfreies Miteinander. Nicht nur in Biebrich, sondern generell!

Alle Menschen, Pendler, Kunden, Gewerbetreibende (und natürlich vor allem die tagaus-tagein betroffenen Anwohner) die häufig oder gelegentlich in diesen Stau geraten, sind betroffen. Es wäre schön, wenn diese einerseits mehr Rücksicht zeigen würden und andererseits, sei es mit guten Gedanken oder mit Worten und Taten, das Anliegen der Verkehrsinitiative  unterstützen würden.

Denn hier wurden vor allem in den letzten 10 Jahren Fakten geschaffen, die spätestens mit der Neueröffnung von Äppelallee-Center/Media-Markt und den Betrieben um Pflanzen-Kölle den Gau bereits erschaffen haben. Der Supergau wären jedwede Ausweitung bestehender Handelsunternehmen und weitere Gewerbeansiedlungen.

Ich bedanke mich bei Anke F. für diese Bilder. Es wurden keine Bilder von der Äppelallee gemacht. Dort ging ab 16.00 Uhr bis in den Abend nichts mehr. Auch hier nicht ungewöhnlich, doch es liegt nicht an den dort einspurig parkenden Fahrzeugen, sondern der grundsätzlichen Überlastung, die keine Ampelschaltung mehr steuern kann. An Allerheiligen, an diesem Montag, staute sich der Verkehr auch dort in außergewöhnlichen Dimensionen.

Nicht wirklich ernst gemeint ist folgender Vorschlag: Vielleicht sollte man diesen Feiertag auf den ersten Sonntag im November verlegen und gleichzeitig verkaufsoffen für alle Bundesländer gestalten. Ich fahre dann (und auch sonst) gerne mal nach Mainz, auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Es heißt ja auch so schön: “Dass Schönste an Mainz ist der Bus nach Wiesbaden.” Oder war es doch umgekehrt? ;-)

Herzliche Grüße an alle Leser. Man sieht sich im nächsten Stau in Wiesbaden-Biebrich.

Mario Bohrmann

Ein Kommentar zu MEINUNG – Allerheiligen im Wohn- und Gewerbegebiet

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