EILMELDUNG – Kommentierte Pressemeldung zur erneuerten Baugenehmigung für XXXLutz

Über einen Anruf des SWR wurden wir über die heute erschienene Pressemeldung auf den Rathausseiten informiert. Freilich überrascht uns der Inhalt nicht, hatten wir mit der erweiterten Baugenehmigung für den Abriss des Altgebäudes doch ohnehin seit Ende Mai zu rechnen.

Baugenehmigung für XXXL-Möbelhaus übergeben

„Die Bauaufsicht hat die Baugenehmigung zum XXXL-Möbelhaus in der Äppelallee erteilt. Gegenüber der ursprünglichen Planung wird das bestehende Gebäude komplett abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Dies bedeutet spürbare Vorteile für das gesamte Areal“, teilt Baudezernentin Sigrid Möricke mit.

Kommentar: Von welchen Vorteilen Frau Möricke hier spricht ist uns schleierhaft. Es ändert sich auch nichts Wesentliches am Bau oder der geplanten Verkehrsführung. Zumindest konnte uns dies noch niemand glaubhaft vermitteln. Die neuen Pläne wurden der Initiative nicht einmal zur Verfügung gestellt.

Die Stadtverordnetenversammlung hatte die geänderten Planungen bereits am 23. Mai genehmigt. „Das Bauvorhaben fällt deutlich genügsamer aus als ursprünglich vorgesehen; die Verkaufsfläche wird um 202 Quadratmeter verringert, die Abstände des Gebäudes zu den Grundstücksgrenzen werden größer. Auch die Höhe des Gebäudes sinkt um etwa 1,80 Meter“, erläutert die Dezernentin.

Kommentar: “deutlich genügsamer” wertet man normalerweise auch entsprechend. Die Verkaufsfläche reduziert sich nach diesen Angaben jedoch um nicht einmal 0,5 % und ist eine rein architektonisch bedingte Plaungsänderung, so wie auch bei den sonstigen Nutz- und Stellflächen, aber sicher nicht aus Respekt vor den Betroffenen. Es bleibt bei dem mit fast 45.000 Quadratmetern geplanten größten Einzelhändler des gesamten Stadtgebietes. Inklusive Lagerfläche sind wir bei über 70.000 Quadratmetern. Das Lilien-Carree passt hier dreimal rein.

Natürlich werden die Abstände größer, vorher war es ja gar nicht möglich, da das Äppelallee-Center unmittelbar an Mann Mobilia angebaut ist. Dafür wird im nun abrückenden Neubau aber auch eine Etage mehr untergebracht und die Tiefgarage kann auch dort entstehen. Genau dies löst eigentlich eine Neuberechnung der Stellplätze aus, da der Bestandsschutz für den Altbau entfällt. Kein Wort aber dazu.

Ferner entstehe eine zweite Tiefgarageneinfahrt an der südlichen Gebäudeseite. „Dadurch ergeben sich verbesserte Einfahrtmöglichkeiten aus allen Richtungen“, so Möricke, „und dies wirkt sich positiv auf die schwierige Gesamtverkehrssituation in dem Bereich aus. Außerdem wird durch die Verkleinerung des Komplexes ein Mehr an Begrünung möglich.“

Bereits die alte Planung sah diese beiden Zufahrten vor. Hier soll uns wohl die Änderung innerhalb der Änderung zum relativen Ursprung als Erfolg verkauft werden. Ein Kreisel inmitten einer Straße ändert ebenfalls nichts an den überlasteten Knotenpunkten, die den Verkehr regelmäßig zusammenbrechen lassen. Wir wiederholen unsere Voraussage: Dies wird der erste Kreisel sein, der häufiger komplett im Rückstau von 2 Seiten versinken wird.

Durch die geänderten Maßnahmen würden zwar die verkehrlichen Belastungen nicht verschwinden, „wir sind jedoch froh, dass der Bauherr XXXL diese Modifizierungen vorgenommen hat. So ergibt sich ein deutlich stimmigeres Konzept, das dem Areal und seinen Problemzonen mehr Rechnung zollt.“+++
Herausgeber / Ansprechpartner:
Pressereferat der Landeshauptstadt Wiesbaden
Schloßplatz 6
65183 Wiesbaden

Nur weniger Fläche, nicht mehr Verkehr, zollen dem Areal und seinen Problemzonen mehr Rechnung. Dieser Bau ist der Supergau für das Gebiet und jeder weiß es.

Wir haben noch Resthoffung auf unsere Beschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel und erwarten von dort bald eine Entscheidung in eigentlicher Sache und in Sachen Baustopp von Mann Mobilia.

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