PRESSEMITTEILUNG vom 10. April 2013 – Planänderungen zur Unzeit und Bauen ohne Genehmigung

Im Eilverfahren um einen Baustopp waren aus unserer Sicht bereits Anfang Februar die wesentlichen Argumente ausgetauscht. Mit Gutachten und Stellungnahmen zögerte sich das Verfahren schon viel zu lange hinaus. Wir haben zuletzt auf eine Entscheidung bestanden.

Plötzlich, kurz vor Entscheidungsreife durch das Gericht, wird ein völlig geänderter Bauantrag vorgelegt, der sowohl den Neubau, wie den Bestandsbau umfasst. Und nach dessen Ausgestaltung, obwohl noch gar nicht genehmigt, man bereits Fakten schafft. Die nun wegfallende Tiefgarage unter den oberirdischen Stellplätzen, mithin besonders teuer, wurde erst gar nicht gegraben.

Die verzichtete Zufahrt zur Tiefgarage am Grünstreifen der Äppelallee hätte zahlreiche Fahrzeuge früh unterirdisch geführt, die jetzt in einer uns noch nicht bekannten Art und Weise oberirdisch gen östlicher Zufahrt und Kreisel geleitet werden sollen. Eine stärkere Lärmfahne hin zu den Wohngebieten wäre die logische Folge.

Stattdessen redet sich die Stadt den Umbau schön. Liegt es vielleicht daran, dass sie selbst mit XXXLutz im Clinch liegt und nun, mit einer stark kostensparenden Bauart, gegenseitiges Entgegenkommen gezeigt wird? Auch gesparte Entsorgungskosten bei Tiefbau rund um die frühere Tankstelle könnten eine XXXL-Rolle spielen.

Über den Stand eines neu anlaufenden Bauantragsverfahrens hat man weder uns noch das Gericht informiert und Nachbarrechte augenscheinlich wieder nicht in Erwägung gezogen.

Seit Antrag auf Baustopp wurden zudem das parlamentarisch beschlossene Dialogforum und die Workshops einseitig auf Eis gelegt. Dafür nahm sich das Dezernat ohnehin seit 2011 nur widerwillig Zeit; großflächige Bauvorhaben an ungeeignetster Stelle winkt der Magistrat in einem Jahr hingegen gleich zweifach durch. Obwohl Anwohner und Ortsbeiräte den dann mit weitem Abstand größten Einzelhändler Wiesbadens an dieser Stelle weiterhin klar ablehnen.

Wir können über die neue Verkehrsführung nur spekulieren und kennen nicht mehr als die Mediendarstellung. Der Stellplatzschlüssel war von Beginn an zu niedrig und das Bauvolumen bleibt zu hoch.

Das Gericht möge jetzt ohne weitere Gutachterduelle eine weise und gerechte Vorentscheidung treffen.

Pressemitteilung vom 10. April 2013

 

Als Reaktion auf:

Möbelmarkt XXXL reißt auch Hauptgebäude ab – Mehr Parkplätze

Mann Mobilia will alles abreißen

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Ein Kommentar zu PRESSEMITTEILUNG vom 10. April 2013 – Planänderungen zur Unzeit und Bauen ohne Genehmigung

  1. Zur Klarstellung. Es geht nicht gegen Mitarbeiter oder Kunden, aber dieses Gebiet ist bekanntlich vollständig überlastet. Die Lärmsanierungsschwelle ist bereits deutlich überschritten.

    Wenn durch diesen Ausbau 2 über 90 Jahre alte Wohngebiete mit rund 1.000 unmittelbar betroffenen Anwohnern untergehen, dann steht das in keinem Verhältnis mehr.

    Grundrechte wiegen schwerer als wirtschaftliche Interessen, zumal wenn als Kollateralschaden die Innenstädte, auch in Biebrich, mehr und mehr verwaisen.

    Hier geht es zunächst einzig und alleine um die zusätzlichen Auswirkungen dieses Baus und seiner Attraktivität auf die Anwohner und den Verkehr.

    Wir reden von über 70.000 Quadratmetern Fläche, davon mehr als 42.000 qm Verkaufsfläche. Da passt das Lilien-Carree dreimal rein.

    Während das Land empfieht, solchen Händlern nur 400 qm Fläche für Randsortimente (alles was nicht Möbel sind) zuzugestehen, darf Mann Mobilia alleine 12.000 Quadratmeter “zentrenrelevante Sortimente” anbieten. Diese Fläche erreichen sämtliche Einzelhändler im Biebricher Ortskern zusammen nicht.

    XXXLutz geht es nicht um Jobs, sondern um einen reinen Verdrängungswettbewerb mit den Giganten der Branche. Und weil Möbel-Martin in Mainz-Hechtsheim nun ebenfalls über 40.000 qm feilbietet, will Mann Mobilia nachziehen, ohne Sinn und Verstand der Stadt aber eben nicht auf der grünen Wiese, sondern zwischen 2 der größten Vororte Wiesbadens.

    Vielleicht erkennen manche jetzt worum es geht. Es wurde längst übertrieben. Die Musterkläger nehmen das nicht mehr hin und wenn nicht nach Baurecht jetzt, dann wird anderweitig unser Recht auf körperliche Unversehrtheit bestätigt.

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