Lärmschutz Schiersteiner Brücke kommt!

Mit Verwunderung stellen wir fest, dass die Medien diese doch bedeutende Nachricht des Wiesbadener Rathauses bislang nicht aufgegriffen haben. Am 10.01.2013 erschien folgende Pressemeldung auf den Rathausseiten:

Goßmann: Ausreichender Lärmschutz entlang der ausgebauten A643 muss gewährleistet sein

Auszüge:

(…) In Sachen Lärmschutz sieht der Planfeststellungsbeschluss des Landes lediglich eine Lärmschutzwand von 260 Metern Länge vor. Sie soll auf der östlichen Seite der A 643 auf der Höhe Rheingaustraße bis zur Anschlussstelle Äppelallee verlaufen. „Das ist zu wenig und wird den tatsächlichen Schallschutz-Anforderungen nicht gerecht“, stellt Bürgermeister und Umweltdezernent Arno Goßmann klar und versucht das Land im Rechtsstreit zur Kostenübernahme eines umfänglichen Lärmschutzes zu verpflichten.

Schließlich sei eine Entwicklung von Wohngebieten in Schierstein und Biebrich auf den ehemaligen Flächen der Firmen Gelita und Raiffeisen angestrebt. Um diese Gebietsentwicklung zu sichern, seien zusätzlich 400 Meter Lärmschutzwand mit Höhen von durchgehend 4,5 Metern erforderlich. „Dies ist weiterhin wichtig, um den Erholungs- und Freizeitwert der Parkanlagen in Ufernähe zu erhalten“, betont Goßmann.(…)

„Doch auch wenn das Land nicht zahlen muss – der umfassende Lärmschutz soll in jedem Fall kommen. Sollte die Stadt Wiesbaden im Rechtsstreit unterliegen, würden die Kosten in Höhe von rund 925.000 Euro aus den städtischen Haushalten der Jahre 2015 bis 2019 gedeckt werden. Dem hat der Magistrat nunmehr zugestimmt“, so Goßmann abschließend.

Man kann diese Mitteilung nicht anders verstehen, als definitive Zusage, dass Lärmschutzwände durchgängig von Rheingaustraße bis zum Schiersteiner Kreuz angebracht werden sollen. Dies ist eine gute Nachricht für Biebrich und Schierstein, auch wenn es nicht das drängendste Problem unserer Initiative ist, sondern ein Teil von Vielen.

Zum Hintergrund – Seit Beginn unserer Initiative treten wir vor allem für 2 Dinge ein:

  • Vollständiger aktiver Lärmschutz an Schiersteiner Brücke und A 643
  • Reduzierung des Individual- und Schwerlastverkehrs und Ausweitungsstopp für die Gewerbegebiete, bis sämtliche Verkehrsprobleme beseitigt und die Lärmwerte angemessen reduziert sind.

Unsere vor 2 Jahren eingereichten, fast 200 Einwendungen, fanden sich auch im Planfeststellungsbeschluss wieder, wenngleich das Land natürlich gerne Verantwortung abschiebt (Stadt ist für innerörtliche Planungen zuständig) und nur wenig als Empfehlung aufgenommen hat. Hiergegen hätten wir klagen können, jedoch mit ebenso ungewissen Erfolgsaussichten wie jenen der Stadt.

Wir haben noch sehr gut die Gespräche mit Politikern der Großen Koalition und des Magistrats in 2011 in Erinnerung. Einhellig wurde auch von dort eine Klage gegen Bund und Land wegen des Lärmschutzes abgelehnt, da die Aussichten sehr schlecht seien. Es ist wohl auch ein wenig unserer Demo für Lärmschutz vom 28. Mai 2011 zu verdanken, dass im Monat darauf das Stadtparlament den Beschluss für ein Dialogforum und die Klage für besseren Lärmschutz fasste.

Es hat uns noch einige Überzeugungsarbeit gekostet, bis dann wirklich seitens der Stadt geklagt wurde. Wenn der Magistrat diese Pressemitteilung auch mit Fakten unterlegt, ist das eine sehr gute Entscheidung. Jedoch sollte man nicht naiv sein: Das Geld (falls die Stadt tatsächlich alleinig die Kosten tragen müsste) wird nicht für die Siedlungen und Anwohner in die Hand genommen, sondern in erster Linie um die Gewerbegebiete und städtische Flächen (Blierweg) nahe der Autobahn besser vermarkten zu können.

Wenn aber im weiten Einzugsgebiet das durch den Ausbau näher heranrückende “Grundrauschen” durch aktiven Lärmschutz reduziert wird, so freuen wir uns natürlich. Allerdings müsste dann langfristig auch das ganze Schiersteiner Kreuz davon umfasst werden, denn je nach Wetterlage und seit alle Bäume dort gefällt wurden, dringt der Lärm von dort weiter als zuvor in verschiedene Wohngebiete hinein…

…neben dem seit November unaufhörlichen Baulärm auf der Großbaustelle von Mann Mobilia, der noch nicht mit den eigentlichen Tiefbauarbeiten begonnen hat, sondern nach Abriss nun die Grube für Fundament und Bodenplatte der Tiefgarage vorbereitet.

In den nächsten Wochen soll damit begonnen werden, den weit nach vorn rückenden Neubau von Mann Mobilia zu zementieren. Wir hoffen es wird frühzeitig gegengesteuert und man besinnt sich noch aufs “rechte Maß”.

comments

Ein Kommentar zu Lärmschutz Schiersteiner Brücke kommt!

  1. Wie sich leider aus den Veröffentlichungen nicht ergab, sind die durch die Stadt geplanten Lärmschutzwände alle nach Westen, Richtung Schierstein ausgerichtet. Eine Verlängerung der ohnehin geplanten Lärmschutzwand von Rheingaustraße über die Äppelallee hinaus in Richtung Schiersteiner Kreuz ist nicht geplant. Siehe http://verkehrsinitiative.de/?p=1807

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