Satire des Herrn Bendel: XXXLutz bekämpft die Kinderarmut

Es kann eigentlich nur Satire sein, was einem angesichts eines sonst sehr ernsten und traurigen Themas im 2. Abschnitt eines Artikels über Kinderarmut in Wiesbaden  entgegenspringt.

http://www.wiesbadener-kurier.de/region/wiesbaden/meldungen/12531513.htm

Kinderarmut: Wiesbaden liegt mit 23,5 Prozent weiter über dem deutschen Schnitt

24.10.2012 05:00 Uhr – WIESBADEN

Der Anteil der Kinder unter drei Jahren, die in der hessischen Landeshauptstadt in Armut aufwachsen, liegt derzeit mit 23,5 Prozent zwar deutlich über dem deutschen (18,2) und dem hessischen Durchschnitt (16,6). Dafür hat sich der Anteil aber auch seit 2008 um eine gute Spanne verringert: 2008 lebten in Wiesbaden noch 27,1 Prozent in Armut. Das ist immerhin eine Verbesserung um 13,3 Prozent.(…)

Denn im weiteren Verlauf der Ursachenforschung findet Wiesbadens Wirtschaftsdezernent, Detlev Bendel, ausgerechnet nur ein Beispiel für die durch ihn  gesehene aktuelle Arbeitsplatzförderung:

(…)Wirtschaftsdezernent Detlev Bendel (CDU) ist sich des Problems bewusst. Wenigstens ein bisschen Entlastung erwartet er von der Erweiterung des XXXL-Möbelmarkts an der Äppelallee. 150 neue Stellen für weniger Qualifizierte erhofft er sich dort. Noch mehr wären es wohl gewesen, wenn man den XXXL-Möbelmarkt am Petersweg-Ost gebaut hätte, sagt Detlev Bendel.(…)

Man kann dieses schon als dreist anzusehende Beispiel, angesichts des eigentlichen Thema Kinderarmt und unserer mit diesem Neubau verbundenen weiteren Probleme, wirklich nur als Satire auffassen, wäre es denn nicht ernst gemeint. Entsprechend haben wir dies online kommentiert wie folgt:

Diese Argumentation ist nicht nur völlig unpassend im Kontext dieser Kinderamut in einer eigentlich wohlhabenden Stadt, sondern geradezu infam.

XXXLutz hat in den vergangenen Monaten zunächst mal jede Menge Mitarbeiter bei Mann Mobilia rausgeworfen. Weil man ja in der Zeit des Umbaus nicht so viele Leute braucht(sic!).

Unsere Initiative in Biebrich klagt gerade wegen des Neubaus (dessen ergänzender Bauantrag noch nicht einmal eingereicht ist) gegen die Stadt Wiesbaden – vor 2014 wird da kein zusätzlicher Mitarbeiter arbeiten können, wenn überhaupt.

Denn vorher und mit etwas Glück auch nachher entsteht da keine Erweiterung, die noch dazu endgültig 2 Wohngebiete zerstören und für kontinuierliches Verkehrschaos sorgen würde. Aber bleiben wir beim Thema XXXL und Armut.

Wer wirklich wissen will, wie dieses Unternehmen arbeitet, google bitte nach “xxxlutz die mit dem rauhen Stil” (ohne Anführungszeichen)

Solche Unternehmen sind erst für die Kinderarmut verantwortlich. Wer dort arbeitet ist überwiegend auf Aufstockung und weitere Jobs angewiesen, belastet also auch die Kommune und hat dennoch kaum ein würdiges Leben.

Es ist ein unglaubliches Armutszeugnis, wenn dem Wirtschaftsdezernenten einer Landeshauptstadt mit einer viertelmillion Einwohnern ausgerechnet nur ein solches Beispiel einfällt für + 0,5 Promille an evtl. Arbeitsplätzen.

Es ist nicht nur ein Armutszeugnis, dahinter steckt auch der offensichtliche Versuch, von der jahrelangen Fehlplanung des Magistrats und des eigenen Wirtschaftsdezernates beim Gewerbegebiet Petersweg Ost abzulenken, dessen Grundstücke heute noch nicht im vollständigen Besitz der Stadt sind. Darüberhinaus von der Unfähigkeit, in Biebrich rechtzeitig gegenzusteuern und die Ansiedlung und Erweiterung großflächigen Einzelhandels zu stoppen. Auf diese Weise will man vermutlich auch unsere Initiative als wirtschaftsfeindlich hinstellen.

Nein Herr Bendel, so läuft das nicht. Wir kennen die Geschichte und wenn jemand Verantwortung trägt für Kinderarmut in Wiesbaden, Missmanagement und verfehlte Stadtplanung, dann ist dies der Magistrat in seiner wechselnden Zusammensetzung der letzten 15-20 Jahre.

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