Pressebericht Wiesbadener Tagblatt

Auch im Wiesbadener Kurier erschienen, online jedoch nur beim Wiesbadener Tagblatt zu finden, hier der dortige Bericht zum Dialogforum.

Dezernenten haben bei Dialogforum zur Äppelallee keinen leichten Stand

29.06.2012 – BIEBRICH  Von Thomas Karschny

Seit Jahren beklagt man sich in Biebrich über die zunehmende Verkehrsbelastung – insbesondere im Bereich der Äppelallee/Hagenauer Straße. Das deshalb schon seit Langem von der „Initiative für mehr Lebensqualität – Biebricher gegen Verkehr XXL“ geforderte Dialogforum zwischen Bürgern und Vertretern der Stadt, sowie den betroffenen Fachämtern fand nun am Mittwoch endlich statt. Gut 100 Gäste waren zu der Veranstaltung im Biebricher Bürgersaal erschienen.

Schon im Vorfeld konnten Interessierte die Planwerke der Fachämter unter die Lupe nehmen. Karten und Tabellen bestätigen in der Regel die Zustände, die die Meisten ohnehin schon aus ihrer täglichen Erfahrung kennen: Staus zu den Hauptverkehrszeiten und hohe Lärmbelastungen – sowohl tagsüber (durchschnittlich 67 Dezibel) als auch in der Nacht (durchschnittlich 63 Dezibel). Auch die Luftbelastung in diesem Bereich, so haben es Messungen des Umweltamts ergeben, sind hoch.

Zwar seien die Feinstaubwerte in den vergangenen Jahren aufgrund besserer Filteranlagen in Dieselfahrzeugen gesunken, doch die NO2-Emissionen überstiegen den zulässigen Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter erheblich, musste Joachim Mengden eingestehen. „Wir haben hier ähnlich hohe Belastungen, wie im Bereich der Ringkirche am Ersten Ring“, so der Leiter des Umweltamts.

An der Leistungsgrenze

Von der Anzahl der Kraftfahrzeuge her gesehen ist der Knotenpunkt Äppelallee/Friedrich-Bergius-Straße an der Leistungsgrenze angekommen. Mehr Autos könne man hier kaum rüberbringen, so Gerald Berg vom Tiefbau- und Vermessungsamt. Des Weiteren habe die Kreuzung Hagenauer Straße/Friedrich-Bergius-Straße im Zuge der Ansiedlung zweier Baumärkte einen erheblichen Verkehrszuwachs erfahren. Weitere Verkehrszuwächse fürchtet man bei der Biebricher Verkehrsinitiative durch die geplante Erweiterung des Einkaufszentrums Mann Mobilia XXXL.

Der Kardinalfehler sei Ende der 60er Jahre begangen worden, so der Sprecher der Initiative Mario Bohrmann. Der damalige Bebauungsplan orientierte sich am Leitbild einer autogerechten Stadt. „Die Äppelallee ist das einzige Relikt aus dieser Zeit“, betont Bohrmann, fordert deutliche Veränderungen, darunter auch ein LKW-Fahrverbot (Lieferverkehr ausgenommen).

Der Unterstützung der Anwohner kann er sich dabei sicher sein. Viele verschaffen ihrem Unmut offen Luft. „Wie soll man zur Hauptverkehrszeit überhaupt noch aus seinem Wohngebiet heraus kommen?“, fragt eine Bewohnerin der Malmedyer Straße verärgert. Überhaupt können es viele kaum fassen, dass trotz des täglichen Verkehrsinfarkts weitere Einzelhandelsflächen ausgewiesen werden. Ein weiterer Anwohner bezeichnet den am Mann-Mobilia-Gelände geplanten Kreisel offen als „rausgeworfenes Geld“. Die Vertreter der Stadt haben an diesem Abend keinen einfachen Stand. Stadtentwicklungsdezernentin Sigrid Möricke und Bürgermeister Arno Goßmann müssen alle Register ziehen, um die Anwesenden von der Aufrichtigkeit und Sinnhaftigkeit des Dialogforums zu überzeugen. Die Anliegen der Bürger wolle man ernst nehmen, sie in Workshops weiter vertiefen, so Stadtentwicklungsdezernentin Sigrid Möricke.

Grüne sind enttäuscht

Enttäuscht ist Claus-Peter Große, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Rathausfraktion, dass für die Folgeworkshops noch nicht einmal ein Zeitplan vorgestellt wurde. „Zumindest das hätte der Magistrat im Vorfeld leisten können.“ Und zum Verlauf des Dialogforums sagte er: „Der Magistrat hatte nichts Neues anzubieten, wir fragen uns, wieso es über ein Jahr gedauert hat, bis der Termin zustande kam, wenn doch nur Altbekanntes gesagt wird.“ Die Grünen kritisieren zudem, dass der für wirtschaftliche Fragen zuständige Dezernent Detlev Bendel (CDU) nicht anwesend war.

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