1. Dialogforum – Pressebericht Frankfurter Rundschau

Bevor wir das Dialogforum und unsere Erwartungen an nächste Schritte rekapitulieren, wollen wir die Presseberichte dazu veröffentlichen. Eingefügt und angehängt zunächst der Bericht der Frankfurter Rundschau:

Politikverdrossenheit kann man den Biebricher Bürgern nicht vorwerfen: In Scharen kamen sie am Dienstagabend in den Bürgersaal. Sie suchten den Dialog mit Politikern der Stadt, um für eine Verbesserung der Wohnsituation im Bereich Äppelallee/ Hagenauerstraße zu werben.

„Wir können am Samstag unser Haus nicht mehr verlassen“, sagt eine sichtlich empörte Anwohnerin aus der Malmedyer Straße gleich zum Auftakt des Dialoges. Ringsherum seien die Straßen so dicht frequentiert, dass keine Ausfahrt aus der Häusersiedlung auf die großen Verkehrsstraßen, die das Wohngebiet eingrenzen, möglich sei. Die Bürgerin fügt an: „Die Stadt versucht, uns aus dem Viertel zu vertreiben.“

Stadtplanungsdezernentin Sigrid Möricke (SPD) windet sich. Nach langem Schweigen geben sich Bürgermeister Arno Goßmann (SPD) und Möricke diplomatisch und betonen, dass sie zum Dialogabend zu den Biebricher Bürgern gekommen seien, um sich ihre Probleme anzuhören und gemeinsam in der Planungsphase nach Verbesserungen zu suchen. Und tatsächlich gehen die Bürger mit dem Gefühl nach Hause, dass die Stadt ihr Anliegen zumindest aufgenommen hat. Zwei Hauptprobleme gilt es zu bearbeiten: die zu große Lärmbelastung durch Lastwagen im Viertel und die Lenkung der Verkehrsströme, die zu verstopften Straßen führt.

Die Situation im Viertel hat Mario Bohrmann von der Bürgerinitiative Biebrich gegen Verkehr XXL genauer vorgestellt: LKW führen Tag und Nacht durch die kleinen Straßen der Siedlung, sagt er. Die Autobahn werde nachweislich umfahren. Rund 200 Schwerlasttransporter täglich allein von der Abfallentsorgungsfirma Knettenbrech habe man gezählt: nachweislich kein Lieferverkehr. Baumrodungen am Schiersteiner Kreuz – für den Ausbau der Autobahn vonnöten – haben zu erhöhten Lärmbelästigungen im Viertel geführt.

„Der Verkehr hat übelste Züge angenommen, die LKW reißen einen aus dem Tiefschlaf“, setzt Bohrmann fort. Aber: „Verbarrikadierung kann nicht die Lösung sein.“ Daher fordert die Initiative die Schaffung eines Durchfahrtsverbot für LKW über 12 Tonnen im gesamten Gebiet, Lieferverkehr ausgenommen. Außerdem sieht sie in der Stadtbahn eine Chance.

Bohrmann appelliert an die Stadtvertreter, darauf zu achten, was mit dem kürzlich an einen geheimen Investor verkauften Bahngleisgelände passiert: „Das Gebiet ist ein Schlüsselstück, um Positives zu erreichen“, meint Bohrmann. Eventuell soll die Stadt vom Vorkaufsrecht Gebrauch machen, eine einspurige Straße bauen, die die Verkehrsströme besser durch das Gebiet lenkt.

Ob das passiert, bleibt abzuwarten. Kleine Verbesserungen hat die Stadt aber gleich angekündigt: Winnrich Tischel, Leiter des Ordnungsamts, bekam Applaus für die Ankündigung, feste Blitzsäulen im Gebiet aufzustellen. Außerdem konnte er zusichern, dass es keine Monstertruck-Shows auf dem Mann-Mobilia-Parkplatz mehr geben werde.

Der Leiter des Umweltamts, Joachim Mengden, gibt ebenfalls Maßnahmen bekannt: Die Umweltzone wird auf das Gebiet Äppelallee/Hagenauer Straße erweitert, so dass man zumindest mit einer verringerten Schadstoffbelastung rechnen kann. Zudem werde das geforderte Durchfahrtsverbot geprüft.

Frankfurter Rundschau  - Fahrverbot für Lastwagen gefordert_2012_06_29

comments

3 Kommentare zu 1. Dialogforum – Pressebericht Frankfurter Rundschau

  1. Liebe Initiatoren, lieber Herr Bohrmann,

    erst einmal herzlichen Dank für euer Engagment. Auch ich bin als Anwohner vom XXL Verkehr betroffen.

    In der Frankfurter Rundschau vom 29. Juni 2012 gab es einen Artikel “Fahrverbot für Lastwagen gefordert”. Darin war allerdings ein Absatz, der mich irritiert. Hier heißt es (Zitat):

    ” … Bohrmann appelliert an die Stadtvertreter, darauf zu achten, was mit dem kürzlich an einen geheimen Investor verkauften Bahngleisgelände passiert: „Das Gebiet ist ein Schlüsselstück, um Positives zu erreichen“, meint Bohrmann. Eventuell soll die Stadt vom Vorkaufsrecht Gebrauch machen, eine einspurige Straße bauen, die die Verkehrsströme besser durch das Gebiet lenkt. …”.

    Als Anwohner am Seligmann-Baer-Platz und an der Bahnstrecke bin gegen eine solche Lösung, denn dadurch werden die Anwohner in der Gibb zusätzlich zum Bahnlärm noch weiter belastet. Eine zusätzliche Straße ist nicht die richtige Lösung um Verkehr einzudämmen. Darüber hinaus ist die von Ihnen angedeutete Straße ist aus verkehrstechnischer Sicht (Parkplatzsituation, beschrankter Bahnübergang, Grundstücksgrenzen, etc.) gar nicht realistisch.

    Vielmehr sollte die Chance genutzt werden, den Seligmann-Baer-Platz und das ehemalige Bahngelände als Grünflächen zu erhalten und auszubauen bzw. ein Kulturzentrum o.ä. auf dem ehemaligen Bahngelände zu etablieren.

    Die Überschrift des Artikels deutet den aus meiner Sicht einzig richtigen Weg an: Fahrverbote für Lkw.

    Gerne unterstütze ich die Initiative – aber nicht auf Kosten anderer Anwohner durch den Bau neuer Straßen.

    Viele Grüße
    Thomas Krebs

  2. Hallo Herr Krebs,

    danke für die Rückmeldung. Wir sind da völlig ergebnisoffen, Hauptsache es passiert etwas, was allen hilft. Derzeit wird dieses Grundstück jedoch von der Stadt einfach links liegen gelassen, es wurde bereits verkauft und ob uns allen ein gewerblicher Ausbau bis an die alten Gleise recht sein sollte, wage ich zu bezweifeln. Denn das Adlercenter soll in den nächsten Jahren abgerissen und neu gebaut werden. Ich vermute, der Investor ist der gleiche der dort die Hand drauf hat und spekuliert auf maximale Ausweitung.

    Ich persönlich halte die Variante, die alte Trasse für eine (leise) Straßenbahn zu nutzen, die auch das Gewerbegebiet neu erschliesst, für die sinnvollste. Dabei könnte man das Gebiet um den Seligmann-Bär-Platz schön entwickeln. Im übrigen gehen meine eigenen Überlegungen in eine ähnliche Richtung. Dort ein wenig Platz für Kultur und Natur zu schaffen.

    Andere Anwohner hier würden dieses Stück lieber als Ringstraße sehen, damit der Hagenauer Verkehr endlich wieder abfließen kann. Jedoch würde eine Straße entlang der Schiene bis zum Bahnhof m.E. keinen Sinn machen (auch zu schmal um umgesetzt zu werden), sondern wenn dann bis zur Hagenauer/Ecke Zoopalast mit einer (schon seit Jahrzehnten geplanten) Untertunnelung rüber zur Erich-Ollenhauer-Straße. Dass alles wäre weit vor der Gibb.

    Ich lade Sie ein, sich an den geplanten Workshops mit der Stadt zu beteiligen, denn wir wollen ja langfristige Lösungen die mehr Nutzen als neuen Schaden bringen. Nicht nur uns, sondern auch den Gibbern.

    Wir sind übrigens auch hellwach wenn es um den geplanten Umbau der A 66 geht. Damit wenigstens dort aktiver Lärmschutz umgesetzt wird, von dem vor allem die Gibb profitiert.

    Die Frage wird sein, ob die Stadt unser Flehen erhört und sich überhaupt bemüht, die Hand auf dem Grundstück zu halten, denn sie müsste nun sofort handeln und ihr Vorkaufsrecht ausüben/ein Veto einlegen. Doch mit fehlt noch der Glaube, dass der Magistrat das begriffen hat.

    Herzliche Grüße
    Mario Bohrmann

  3. Karin Nietzsch

    Ein Kulturzentrum am Biebricher Bahngelände fände ich optimal, denn ich kenne z. B. eine Biebricher /Wiesbadener Band, die dringend einen Übungsraum sucht und ich kann mir vorstellen, diese Band ist nicht alleine mit dem Problem.
    Für Kinder wäre an diesem Ort bestimmt auch Platz, oder?
    Kunst und Kultur für alle, denn wahrscheinlich wird nach dem Umbau des Zollhauses am Rheinufer dort kein Platz mehr sein für so etwas.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>