Fluglärmgegner aus Rheinland-Pfalz und Hessen rufen zur Demo in Mainz auf

Die “Biebricher gegen Verkehr XXL” unterstützen den Aufruf zur Flüglärmdemo am Samstag, den 22.10.2011. Der Artikel aus der AZ-Mainz wurde unten eingefügt.

Für uns nur Teil des Problems, weil die Flieger entlang des Rheins im Gedonner des Straßenverkehrs und Schienenlärms nahezu untergehen. Doch so wie wir als Initiative uns wegen eines vermeintlich “nur” lokalen Verkehrsproblems formiert haben, so wurden derweil rechts und links des Rheins zahlreiche lose Gruppen und Initiativen gegen den Fluglärm gegründet.

Solches Engagement ist zu begrüßen und wir danken den dortigen Aktiven, insbesondere Organisatorin Bettina Appelt aus Mainz-Laubenheimdass sie ein solches Projekt in die Hand nehmen. Die Demo beginnt in der Mainzer Innenstadt und verläuft über die Theodor-Heuss-Brücke hinüber nach Mainz-Kastel – mit Kundgebung und Musik an der Reduit. Wir werden Details nachtragen.

Was uns alle verbindet

Der gesammelte Mix aus Lärm aller Art beginnt langsam toxisch zu werden; es wird ohnehin Zeit, dass die Initiativen gemeinsame Ziele verfolgen und nicht nach dem Sankt-Florian-Prinzip Routen nur von rechts nach links verschieben, sondern die Belastungen insgesamt, vielleicht auch zeitlich und geografisch versetzt, gleichmäßiger verteilen. Und vor allem vermeiden wo es geht.

Es mutet schon für jeden Bürger befremdlich an, wenn über jahrzehntelange Planfeststellungsverfahren Versprechungen gemacht wurden, die dann doch nie eingehalten werden. So geht es uns mit der Äppelallee und Hagenauer Straße, so geht es ganz Rhein-Main mit den Flughöhen, Flugrouten und dem Nachtflugverbot – dem Luftverkehr. Die Bürger werden von allen Seiten wirtschaftlichen Interessen geopfert und mehr und mehr wird das Tafelsilber der Kommunen meistbietend verscherbelt, ohne ganzheitliche Betrachtung der Folgewirkungen.

Mainzer und Wiesbadener aller Ortsteile haben gleiche Interessen – Die Rückeroberung von mehr Lebensqualität – und sollten versuchen, sich besser miteinander zu vernetzen, wie es vor einigen Wochen an dieser Stelle formuliert wurde. Lasst uns Bürgerbeteiligung organisieren, wenn die Parlamente offensichtlich nicht dazu in der Lage sind.

Wir wünschen der Demo viel Erfolg und rufen Siedler und Sympathisanten der Verkehrsinitiative dazu auf, sich daran zu beteiligen. Aus Solidarität zu allen Mainzern und Wiesbadenern, die ebenfalls den Lärm als staatlich gesteuerte Körperverletzung erleben.

Für transparente Routenplanung und ein Nachtfluggebebot über dicht besiedeltem Gebiet und für ein Nachtfahrverbot für LKW in Wohngebieten. Dafür sollten wir zugleich aufstehen.

Für ein lebenswertes Biebrich, für eine bessere Lebensqualität in ganz Mainz und Wiesbaden.

 Fluglärmgegner aus Rheinland-Pfalz und Hessen rufen zur Demo in Mainz auf

26.09.2011 – MAINZ

Die Fragen stellte Michael Heinze

Am Samstag, 22. Oktober, 11 Uhr, findet eine große Fluglärmdemo in Mainz statt. Insider rechnen mit Tausenden von Teilnehmern. Die AZ sprach mit Organisatorin Bettina Appelt, einer Fluglärmgegnerin aus Laubenheim.

Frau Appelt, handelt es sich hier möglicherweise um die größte Fluglärm-Demo aller Zeiten in der Stadt?

Wenn man bedenkt, dass 140.000 Menschen im Planfeststellungsverfahren Einwendungen gegen den Ausbau des Flughafens erhoben haben, kann man schon die Hoffnung haben, dass sich Tausende an dieser Demo beteiligen werden. Ob es wirklich die größte Fluglärm-Demo aller Zeiten in Mainz wird, werden wir erst am 22. Oktober wissen.

Was ist Zweck der Demo?

Wir wollen damit ein Zeichen setzen. Der Bevölkerung soll Mut gemacht werden, die momentane unerträgliche Situation nicht widerstandslos hinzunehmen. An die verantwortlichen Politiker heißt das Zeichen: „Übernehmt endlich Verantwortung für Eure Wähler.“

Was ist das Besondere an dieser Demo?

Die Bürgerinitiativen aus Rheinland-Pfalz und Hessen werden erstmals gemeinsam ihren Protest auf die Straße tragen. Das hat es bisher noch nicht gegeben.

Wer genau ist der Veranstalter und wie ist der zeitliche und örtliche Ablauf?

Das Netzwerk Rhein-Main, ein Zusammenschluss von Bürgerinitiativen aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet, veranstaltet diese Demo. Beginn ist um 11 Uhr am Mainzer Hauptbahnhof. Von dort zieht der Demonstrationszug quer durch die Innenstadt, über die Theodor-Heuss-Brücke zur Reduit auf die hessische Seite. An der Reduit in Mainz-Kastel findet die Kundgebung statt und anschließend ein Konzert mit der Gruppe Jammin´ Cool. Der Ort des Demonstrationsbeginns und das Kundgebungsende wurden bewusst in die Nähe der öffentlichen Verkehrsmittel gelegt, um den Teilnehmern eine gute An- und Abfahrtsmöglichkeit zu bieten.

Wie ist der aktuelle Stand der Vorbereitungen?

Die Vorbereitungsphase läuft noch, es ist eine bunte und fantasievolle Demo mit Motivwagen und Gruppen geplant, auch den Kindern wird ein Platz in dieser Demo eingeräumt – um deren Zukunft geht es ja letzten Endes. Wir liegen mit unseren Vorbereitungen gut in der Zeit.

Wie viel Zeit und Geld kostet der Protestzug?

So eine länderübergreifende Demo vorzubereiten kostet natürlich viel Zeit und Geld. Die Menschen sind aber durch den Lärmteppich, unter dem sie jetzt wohnen, stark motiviert und an Helfern mangelt es nicht. Die Finanzierung der Demo ist durch den hohen Spendeneingang gesichert.

Bei der letzten größeren Fluglärm-Demonstration in der Stadt kamen nur 3.000 Menschen zusammen. Wie optimistisch sind Sie, dass sie diese Zahl deutlich überbieten werden?

Am 19. Februar ging es speziell um Mainzer Interessen. Jetzt geht es um die gesamte Rhein-Main-Region, deshalb bin ich optimistisch, dass sich die Zahl der Demonstranten stark erhöhen wird.

Halten Sie es für möglich, dass der Protest gegen den Fluglärm in Mainz und Rhein-Main solche Dimensionen annehmen wird wie beim Projekt Stuttgart 21?

Ob es zu einer großen Protestwelle kommen wird, hängt doch davon ab, wie sich die Politik in den nächsten Wochen verhalten wird: Werden die Ängste der Menschen ernst genommen und unternehmen sie endlich etwas? Oder werden weiterhin nur Phrasen gedroschen? Einige tausend Arbeitsplätze dürfen für eine Landesregierung nicht über der Gesundheit der Bevölkerung stehen.

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