Category Archives: Umweltzone

Monstertruckshow – Wieder nichts dazu gelernt

Genau vor einem Jahr gab es wieder eine “Monstertruck-Show”, die nahe von Wohngebieten wirklich nichts zu suchen hat. XXXLutz sicherten uns zu, diese künftig nicht mehr zu erlauben. Vor allem das Ordnungsamt schrieb sich auf die Fahnen, solche Sonntagsveranstaltungen strenger zu prüfen und zu untersagen.

Bei unserem Dialogforum am 27. Juni 2012 wurde dies im Rahmen der Präsentation des Ordnungsamtes sehr deutlich bestätigt:

Dialogforum Ordnungsamt Monstertruckshow

Dialogforum Ordnungsamt Monstertruckshow

Am 30. Juni 2013 soll nun erneut eine Monstertruck-Show stattfinden. Diesmal auf den Flächen des Äppelallee-Centers nebenan. Dort hat man vielleicht nicht mitbekommen, dass uns diese Veranstaltungen nicht gefallen können. Böswilligkeit wollen wir keineswegs unterstellen. Denn es wird wohl so sein, dass die Ordnungsbehörde noch überhaupt nicht angefragt wurde, da auf Privatgrundstücken ja grundsätzlich solche Veranstaltungen möglich sind. Doch wir erinnern an das vergangene Jahr:

MEINUNG – Monstertruck-Stuntshows sonntags in Wohngebieten – Wer braucht das?

Wieder erfahren wir als Letzte davon und können wohl kaum noch etwas dagegen unternehmen. Wie in eine Umweltzone solche Veranstaltungen überhaupt noch passen sollen entzieht sich einer vernünftigen Betrachtung. 1 mal im Monat der große Flohmarkt reicht wirklich. Der Sonntagsruhe gilt immer noch ein besonderer Schutz. Und diesen fordern wir ein!

P.S. Wir erinnern an unsere letzte Versammlung vor der Sommerpause am 3.7.2013 ab 19:00 Uhr im Siedlerhaus.

ERGEBNISSE WORKSHOP LÄRMAKTIONSPLANUNG

In einer sehr effektiven Versammlung nebst Workshop von sicherlich rund 50 Anwohnern und den Mitarbeitern des Umweltamtes konnten wir Anregungen der letzten 2 Jahre für die nächsten 20 Jahre sammeln und verdichten.

Dies sind Vorschläge wie auch Fakten. Wunschdenken wie Minimalforderung. Allem voran steht folgende Erklärung wie Erkenntnis:

DIE INITIATIVE IST SICH BEWUSST, DAS MAßNAHMEN NICHT ZUR VERSCHIEBUNG DER VERKEHRSSTRÖME IN ANDERE BEWOHNTE BEREICHE FÜHREN DÜRFEN.

Lärmkartierung Straßenverkehr 2012

Lärmkartierung Straßenverkehr 2012

VERKEHRSVERMEIDUNG GEHT VOR BESCHLEUNIGUNG. DIE SIEDLUNGEN ROSENFELD, SELBSTHILFE, DAS PARKFELD UND DIE RHEINGAUSTRASSE SIND GLEICHERMAßEN ZU ENTLASTEN UND ZU SCHÜTZEN. DIE EIGENTICHE UMGEHUNGSSTRASSE MUSS DIE AUTOBAHN SEIN BZW. WIEDER WERDEN – A643/A66. AUCH EINE WEITERE UMGEHUNG INNERHALB DES GEWERBEGEBIETES FÜR ZULIEFERVERKEHR IST DENKBAR.

Weiteres Vorgehen

Zweck der Zusammenkunft war die Erarbeitung von Vorschlägen und Stellungnahmen zum Lärmaktionsplan des Landes Hessen. Über das Regierungspräsidium Darmstadt laufen dort die gleichen Fäden zusammen wie bei der Planfeststellung zum Neubau der Schiersteiner Brücke und Ausbau von A 643 / Schiersteiner Kreuz.

Die hier stichpunktartig gesammelten Anregungen betreffen einerseits das Land und andererseits die Hoheit der Stadt. Letztlich sind sie gesamtverantwortlich für die Entwicklung in Biebrich und Schierstein und profitieren auch erheblich von den Steuereinnahmen innerhalb des größten zusammenhängenden Gewerbegebietes von Wiesbaden. Es wird Zeit etwas zurückzugeben und nicht mehr Einzelschallverursacher isoliert zu betrachten, wenn man doch gerade mit dem durch die Märkte zunehmenden Verkehr einen erheblichen Ausbau rechtfertigt. Das ist paradox.

Wir werden nun bis Pfingstmontag letzte Anregungen per Mail oder Nachricht entgegennehmen und die das Land betreffenden Argumente und Vorschläge bis Dienstag, den 21. Mai zusammenfassen und an das RP Darmstadt auf den Weg bringen. Die erste Beteiligungsfrist endet am 22. Mai 2013.

Wir machen bereits jetzt diese Ausführungen zum Teil unserer Stellungnahme. Im Folgenden die Ideen und Faktensammlung begleitet von den wichtigsten Folien der Präsentation des Umweltamtes und Kartenausschnitten.

Besonderen Dank möchten wir an dieser Stelle Frau Dr. Döll vom Umweltamt aussprechen. Sie hat unsere Diskussion nicht nur hervorragend fachlich begleitet und die Präsentation zur Verfügung gestellt, sondern auch für uns die während des Workshops gemeinsam erarbeiteten Themenschwerpunkte notiert, die wir nur ein wenig ergänzt haben. Als Leiterin des Bereichs Luft und Lärm hat Ihr Team genau das im Blick, was nicht nur uns immer mehr belastet.

Die gute Zusammenarbeit mit dem Umweltamt zeigt, wie Bürgerbeteiligung wirklich funktionieren kann. Vielen Dank daher für die Unterstützung an den Leiter Herrn Mengden, seinen Mitarbeiter Herrn Schreyer und Herrn Bürgermeister Goßmann.

Auszug Präsentation Lärmaktionsplanung Fristen

Auszug Präsentation Lärmaktionsplanung Fristen

Sammlung von Anregungen – 16.05.2013
zur Thematik Lärmaktionsplanung-Straßenverkehr und weiterführender Maßnahmen – Perspektiven – Verabredungen

LKW/Schwerlastverkehr

  • Schwerlastverkehr reduzieren (insbesondere nachts – Fahrten zur Deponie, Abkürzung statt Autobahnfahren) Ist eine Umsetzung möglich? Wer erstellt ein Verkehrskonzept dafür? Prognose der Zunahme des Anteils an Schwerlastverkehr: von 10 auf 17%
  • LKW-Durchfahrtsverbot (außer Anlieferer) Wie wäre eine Kontrolle möglich? Welche Umleitungen sind möglich? Möglichst nachts keine Anlieferungen
  • Durchfahrtsverbot für LKW über 12t Tag und Nacht → Umleitung auf Autobahn
  • Problem durch Rückstau → Höhe BKA
  • Navigationsleitsystem für LKW → sehr schwierige Angelegenheit
Auszug Präsentation Fehler in Lärmkartierung

Auszug Präsentation Fehler in Lärmkartierung

Gewerbegebiet

  • Keine weitere Ausweitung des Gewerbegebietes, keine Neuansiedlungen
  • Kurzfristiger Vorschlag: Lärmbelastung am Wochenende durch Flohmärkte, z.B. wöchentlich Edeka-Parkplatz (morgens 4/5 Uhr) Flohmarktplatz verlagern (Genehmigung für Flohmarktbetreiber überprüfen, private Flächen, keine städtischen Flächen) → Herr Goßmann setzt sich mit verantwortlichen Ämtern in Verbindung, für eine Lösungsfindung
  • Kurzfristig: jegliche Art von Großveranstaltungen/Sonderveranstaltungen nicht mehr genehmigen
  • Laden-Öffnungszeiten zu lang → keine Begrenzungen möglich? → Landesregelung!
  • Goßmann will das Gespräch mit den Betriebsleitern der großen Firmen suchen → Lösungen gemeinsam finden, Einladung
Auszug Präsentation Lärmminderungsmaßnahmen

Auszug Präsentation Lärmminderungsmaßnahmen

Straßen, Radwege

  • Rückbau der Äppelallee mit grünen Mittelstreifen → Frage nach Verkehrszahlen?
  • Vor BKA → Radweg bauen begleitend Verschwenkung der Fahrbahn, um „Durchschusswirkung“ zu vermindern.
  • Hagenauer Straße → Einbahnstraße?
  • Lärm durch Motorräder → Rennen sind verboten (->Kontrollen)
  • Tempo 30 nachts Hagenauer Straße, Äppelallee (Kontrollen?)
  • Radverkehrskonzept (Hintergrund: Verdreifachung des Radverkehrs, Probleme auf Fußgängerwegen mit einem Meter Breite), Problem durch Ende der Radwege
  • Pflanzung von Bäumen an der Äppelallee  - Evtl. in Kombination mit ohnehin laufender Alleen-Planung und Grünflächenamt?
  • Ampel für Übergang Fußgänger – über die Hagenauer Straße (bestehende Verkehrsinsel, Gefahr durch Autos) → in diesem Zusammenhang: Verkehrskontrollen

Kontrollen

  • Stationäre Geschwindigkeitsmessstation auf der Äppelallee → Umsetzung?
  • Verkehrskontrollen
  • Kontrollen der Motorräder → verbotene Rennen und verbotene Aufrüstung → Ordnungswidrigkeiten
  • Baustellenkontrollen → lärmintensive Nachtarbeit
Auszug Präsentation Verkehrsbelastung und Lärm

Auszug Präsentation Verkehrsbelastung und Lärm

Autobahn betreffend

  • Standspur auf Autobahn freigeben
  • Lärmschutzwände Autobahn 643 → wird durch die LHW nur bedingt umgesetzt. Verlängerung bis Schiersteiner Kreuz anzustreben.

Häuser betreffend

  • Änderungen an Hausfassaden (anderer Putz, absorbierend statt reflektierend)
  • Schutz des Außenwohnbereiches (nicht nur des Innenwohnbereiches), dient zur Erholung, dazu gehören Balkone, Terrassen, Grillplätze,…
  • passive Schallschutzmaßnahmen: Lärmschutzfenster-Finanzierung?
Lärmkartierung Straßenverkehr 2012 Ausschnitt1

Lärmkartierung Straßenverkehr 2012 Ausschnitt

Gesamtlärmkarte

  • Fluglärm, Bahnlärm, Straßenverkehrslärm zusammenfassend betrachten und bewerten.
  • Einzelkarten überlappend darstellen. Wenn rechnerisch einzelne Lärmquellen erfasst werden können, kann man sie auch rechnerisch zusammenführen.

Luftreinhaltung

  • hohe Belastung
  • Reduzierung durch Umweltzone?
  • weitere Maßnahmen?
  • Vorstellung der Ergebnisse Messwagen Umweltamt → Herbst 2013 im Rahmen eines Workshops Umweltamt

Bahnlärm

  • eigener Workshop

Wir danken für die Teilnahme und Unterstützung.

Appell an die Stadtverordneten, den Magistrat und die Minister

Appell an die Stadtverordneten

und Verkehrsminister von Bund und Land.

Wie wir in der letzten Woche erfahren haben, bringen die in 4 Prüfvarianten vom Stadtparlament zu beschließenden zusätzlichen Lärmschutzwände entlang der A 643 keinerlei Entlastung für die Biebricher Wohngebiete, sondern sollen lediglich das Gebiet zur Schiersteiner Seite, um Hafen und Gewerbegebiet (ehem. Knochenmühle), schützen.

Lärmschutz A 643 Rampenausschnitt Äppelallee

Wiesbaden verpasst womöglich mit dem anstehenden Beschluss in der nächsten Stadtverordnetenversammlung (Donnerstag, 7. Februar) eine weitere Chance, eine Lärmsanierung in Biebrich wenigstens einzuleiten.

So wird augenscheinlich nicht einmal daran gedacht, die Lärmschutzwand von der Abfahrt Äppelallee auch an der neuen Rampe entlang in Richtung Schiersteiner Kreuz auszudehnen. Bei meist vorherrschendem Westwind hört man hochtourige Fahrzeuge bis über das Schiersteiner Kreuz einzeln heraus. Und dies nicht nur in unseren Wohngebieten, sondern bis über die Gibb hoch zum Gräselberg.

Dass um dieses eng besiedelte und dicht genutzte Gebiet von Bund und Land bei Neubau und Verbreiterung von Schiersteiner Kreuz, Schiersteiner Brücke und nachfolgend auch A 66 nicht von Anfang an vollflächiger aktiver Lärmschutz eingeplant wurde und wird, ist an Menschenmissachtung nicht zu überbieten.

Dass Wiesbaden seine Möglichkeiten nicht frühzeitig erkannte und allein schon durch rechtzeitige Leitplanung und Bebauungsplanänderungen vollflächigen aktiven Lärmschutz möglich machte, zeigt auch hier die fehlende Weitsicht der Stadtregierungen der letzten Legislaturperioden.

Lärmschutz A 643 Schiersteiner Kreuz

Schiersteiner Kreuz

Die Anwohner der Siedlungen Rosenfeld und Selbsthilfe fordern ihr Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit ein und erinnern an die Schutzpflicht des Staates und der Kommune als Träger der Straßenbaulast, welche mit der Einrichtung einer Umweltzone nicht erreicht werden kann und durch jeden weiteren Ausbau, sei es von Fahr- oder Verkaufsflächen, konterkariert wird.

Im Übrigen verweisen wir auf dem Magistrat vorliegende Umwelt-, Mess- und Analysedaten, unseren Antrag auf Baustopp, das deutsche Grundgesetz und Ihre Vernunft.

Herzlichen Dank

Die Anwohner 

 Zur Erinnerung